Präsident Donald Trump hat eine dramatische Erhöhung der Militärausgaben für 2027 vorgeschlagen und ein Verteidigungsbudget von 1,5 Billionen Dollar gefordert, was einen Anstieg von 66 Prozent gegenüber der aktuellen Zuweisung von 901 Milliarden Dollar bedeuten würde. Der am Mittwoch angekündigte Vorschlag markiert die größte prozentuale Erhöhung der US-Verteidigungsausgaben seit dem Koreakrieg 1951.
In einem Truth Social-Beitrag begründete Trump die massive Ausgabenerhöhung mit der globalen Instabilität. "Nach den langen und schwierigen Verhandlungen mit Senatoren, Kongressabgeordneten, Sekretären und anderen politischen Vertretern habe ich festgestellt, dass unser Militärbudget für das Jahr 2027 zum Wohle unseres Landes, besonders in diesen sehr unruhigen und gefährlichen Zeiten, nicht 1 Billion Dollar, sondern 1,5 Billionen Dollar betragen sollte", schrieb Trump.
Der Präsident argumentierte, dass die erhöhte Finanzierung es den Vereinigten Staaten ermöglichen würde, das zu bauen, was er das "Traum-Militär" nannte, das die Nation unabhängig von Gegnern sicher halten würde. Trump behauptete auch, dass Einnahmen aus Zöllen helfen würden, die Kosten der Budgeterhöhung auszugleichen, obwohl Haushaltsexperten Skepsis gegenüber dieser Behauptung geäußert haben.
Das Committee for a Responsible Federal Budget (CRFB) hat gewarnt, dass der Vorschlag bis 2035 etwa 5,8 Billionen Dollar zur Staatsverschuldung hinzufügen würde, wenn die Zinskosten einbezogen werden. Die Organisation merkte an, dass die Erhöhung der Militärausgaben etwa doppelt so hoch wäre wie die erwarteten Zolleinnahmen, wobei das Congressional Budget Office schätzt, dass die aktuellen Zölle bis 2035 nur 2,5 Billionen Dollar einbringen würden.
Verteidigungsaktien stiegen nach Trumps Ankündigung stark an, wobei große Auftragnehmer erhebliche Gewinne verzeichneten. Jedoch haben fiskalkonservative und Haushaltswächter Bedenken über die langfristigen Auswirkungen einer solch dramatischen Erhöhung der Militärausgaben geäußert, insbesondere angesichts der aktuellen Staatsverschuldung.
Das letzte Mal, als das US-Verteidigungsministerium eine Erhöhung von mehr als 50 Prozent sah, war während des Koreakrieges. Selbst die bedeutenden militärischen Aufrüstungen unter Präsident Ronald Reagan 1981 und 1982 beliefen sich nur auf 25 Prozent bzw. 20 Prozent Erhöhungen.
Der Kongress muss das Verteidigungsbudget genehmigen, bevor es Gesetz wird. Während die Republikaner knappe Mehrheiten sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus halten, könnte das schiere Ausmaß der vorgeschlagenen Erhöhung selbst von Mitgliedern von Trumps eigener Partei, die historisch für fiskalische Verantwortung eingetreten sind, kritisch geprüft werden.
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