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UN droht unmittelbarer finanzieller Zusammenbruch bis Juli, warnt Guterres

Veröffentlicht am 31. Januar 2026 261 Aufrufe

UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat eine dringende Warnung herausgegeben, dass der Organisation ein unmittelbarer finanzieller Zusammenbruch droht und ihr bis Juli 2026 das Geld ausgehen könnte. In einem eindringlich formulierten Brief vom 28. Januar an alle 193 Mitgliedstaaten beschrieb Guterres die Krise als sich vertiefend und grundlegend anders als frühere Defizite und forderte die Nationen auf, ihre ausstehenden Beiträge sofort zu zahlen.

Die finanzielle Situation hat kritische Ausmaße erreicht, wobei die ausstehenden Beiträge einen Rekordwert von 1,568 Milliarden Dollar erreicht haben und nur 76,7 Prozent der veranschlagten Beiträge eingezogen sind. Die Liquiditätsreserven der UN sind nahezu erschöpft, was die Organisation in einen kafkaesken Kreislauf zwingt, Gelder gutzuschreiben, die nicht existieren. Allein in diesem Monat musste die UN 227 Millionen Dollar im Rahmen des Bewertungsprozesses 2026 zurückerstatten, obwohl diese Mittel von den Mitgliedstaaten nicht eingezogen worden waren.

Bis Donnerstag hatten nur 36 der 193 Mitgliedsländer ihre regulären Beiträge für 2026 vollständig bezahlt. Das strukturelle Problem rührt teilweise von einer mittlerweile als veraltet angesehenen Regel her, wonach die Weltorganisation jedes Jahr Hunderte Millionen Dollar an nicht ausgegebenen Beiträgen an die Staaten zurückgeben muss. Guterres betonte, dass die Mitgliedstaaten entweder ihre Verpflichtungen zur vollständigen und pünktlichen Zahlung erfüllen oder die Finanzregeln grundlegend überarbeiten müssen, um einen Zusammenbruch zu verhindern.

Die Vereinigten Staaten, traditionell der größte Beitragszahler zum UN-Haushalt, haben ihre finanzielle Unterstützung erheblich reduziert. Washington lehnte es ab, 2025 in den regulären UN-Haushalt einzuzahlen und stellte nur 30 Prozent der erwarteten Mittel für Friedensmissionen bereit. Der US-Gesandte bei den UN, Mike Waltz, erklärte, dass Präsident Trump klargemacht habe, dass die Zeiten der Blankoschecks für die Weltorganisation vorbei seien.

Ein UN-Beamter warnte, dass die Organisation keine andere Wahl hätte, als ihr New Yorker Hauptquartier bis August zu schließen und die für September geplante Generalversammlung der Weltführer abzusagen, falls die Liquidität erschöpft sei. Dies bedeutete eine beispiellose Störung der globalen Diplomatie und multilateralen Zusammenarbeit in einer Zeit erheblicher internationaler Spannungen.

Guterres, der Ende 2026 aus dem Amt scheiden wird, hat die Lösung der Finanzkrise zu einer Priorität in seinem letzten Jahr gemacht. Der Generalsekretär skizzierte seine Ziele für das Jahr in seiner letzten Jahresrede in diesem Monat und betonte die dringende Notwendigkeit, dass die Mitgliedstaaten das Finanzierungsdefizit angehen. Die Krise bedroht nicht nur administrative Operationen, sondern auch kritische Friedensmissionen und humanitäre Programme weltweit.

Quellen: Euronews, Al Jazeera, ABC News, CNN, The National

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