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USA lockern Rindfleischzölle für 90 Tage wegen hoher Verbraucherpreise

Veröffentlicht am 22. August 2026 0 Aufrufe

Die Vereinigten Staaten lassen in den kommenden 90 Tagen bis zu 300.000 Tonnen Erzeugnisse für Hackfleisch ohne den höheren Zoll außerhalb der Quote ins Land, kündigte Präsident Donald Trump am Freitag an. Die vorübergehende Maßnahme soll das Angebot erhöhen und die Lebensmittelkosten senken, während Rindfleischpreise nahe ihren Rekorden liegen. Heimische Rinderhalter äußerten jedoch sofort Widerstand.

Trump erklärte, ausländische Lieferanten hätten zugesagt, das eingeführte Produkt 25 Prozent unter dem aktuellen Marktpreis anzubieten. Ein Vertreter des Weißen Hauses teilte Medien mit, die Einfuhren bestünden aus mageren Fleischabschnitten für die Hackfleischproduktion; eine formelle Anordnung sei innerhalb von zwei Wochen zu erwarten. Lieferländer und das Verfahren zur Weitergabe des angekündigten Rabatts an Käufer nannte die Regierung nicht.

Das Zollkontingent belastet Rindfleisch innerhalb festgelegter Mengen mit einer niedrigen Abgabe und verlangt nach Überschreiten der Grenzen einen deutlich höheren Satz. Nach einer Analyse der American Farm Bureau Federation zahlen Einfuhren innerhalb der Quote gewöhnlich 4,4 Cent je Kilogramm, außerhalb der Quote hingegen 26,4 Prozent Zoll. Die neue Erlaubnis senkt damit während des begrenzten Zeitraums die Kostenhürde für eine beträchtliche zusätzliche Menge.

Die Politik reagiert auf einen angespannten Rindermarkt. Der US-Bestand liegt nach Jahren mit Dürre, teurem Futter und schrumpfender Produktion nahe historischen Tiefständen, die Nachfrage bleibt zugleich robust. Beschränkungen für mexikanische Rinder wegen der Neuwelt-Schraubenwurmfliege und ein US-Zoll von 50 Prozent auf brasilianische Waren verstärkten den Druck. Das USDA erwartet 2026 Rindfleischimporte von 6,059 Milliarden Pfund und erhöhte seine jährliche Preisprognose für Schlachtrinder.

Erzeugerverbände warnten, verbilligte Importe könnten Rinderpreise drücken und Landwirte vom Wiederaufbau der Herden abhalten. Die National Cattlemen’s Beef Association sieht durch die kurzfristige Antwort die langfristige Stabilität gefährdet; mehrere Abgeordnete aus Rinderstaaten protestierten ebenfalls. Einzelhandelspreise sinken möglicherweise nicht im angekündigten Umfang, denn Exporteure bestimmen die Margen von Verarbeitern, Händlern und Supermärkten nicht.

Für Verbraucher ist die Initiative ein ungewöhnlich direkter Versuch, vor den Zwischenwahlen im November gegen die Lebensmittelinflation vorzugehen. Ihre Wirkung hängt von den teilnehmenden Exporteuren, der Geschwindigkeit der Lieferungen und der Weitergabe niedrigerer Importkosten an Geschäfte ab. Die Regierung arbeitet nach eigenen Angaben zugleich mit Ranchern am Ausbau der heimischen Produktion. Die kommende Anordnung soll Quotenregeln, zugelassene Produkte und die Durchsetzung des 90-Tage-Plans klären.

Quellen: Associated Press, Reuters, Axios, U.S. Department of Agriculture, American Farm Bureau Federation

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