Das US-Landwirtschaftsministerium hat einen zweiten Fall des Neuwelt-Schraubenwurms in Texas bestätigt und damit die Besorgnis über das Wiederauftauchen einer der verheerendsten parasitären Bedrohungen für amerikanisches Vieh verstärkt. Ein einen Monat altes Kalb im Zavala County ist positiv auf die Larven der fleischfressenden parasitären Fliege getestet worden, etwa 5,6 Meilen vom Standort des ersten bestätigten Falls entfernt. Die Entdeckung hat die Agrarmärkte erschüttert und eine erweiterte Bundesreaktion ausgelöst, um den Ausbruch einzudämmen, bevor er sich weiter ausbreiten kann.
Die erste Entdeckung, die am 3. Juni bekannt gegeben worden ist, betraf ein drei Wochen altes Kalb, bei dem Schraubenwurmlarven im Nabelbereich gefunden worden sind. Dieser Fall markierte die erste Schraubenwurmentdeckung in den Vereinigten Staaten seit etwa einem Jahrzehnt und löste sofort Alarm unter Tierärzten, Viehzüchtern und Landwirtschaftsbeamten in den südlichen Bundesstaaten aus. Die rasche Identifizierung eines zweiten Falls in unmittelbarer geografischer Nähe deutet darauf hin, dass sich eine fortpflanzungsfähige Population von Schraubenwurmfliegen in der Region etabliert haben mag.
Der Neuwelt-Schraubenwurm gilt als einer der zerstörerischsten Viehschädlinge überhaupt. Anders als gewöhnliche Schmeißfliegen, die sich von totem Gewebe ernähren, legen Schraubenwurmfliegen ihre Eier in offene Wunden lebender Tiere, und die daraus schlüpfenden Larven fressen lebendes Fleisch, während sie heranwachsen. Unbehandelt sind Schraubenwurmbefälle für Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und sogar Wildtiere potenziell tödlich. Der Parasit stellt bei rechtzeitiger Behandlung kein direktes Risiko dar, kann aber in Herden, in denen Fälle unentdeckt bleiben, katastrophale Verluste verursachen.
Als Reaktion auf die bestätigten Fälle hat das USDA eine 12-Meilen-Befallszone um die Fundstellen im Zavala County eingerichtet und Quarantänemaßnahmen umgesetzt, die den Transport von Vieh innerhalb des betroffenen Gebiets einschränken. Die Behörde hat zudem die Zahl der Überwachungsfallen entlang der texanisch-mexikanischen Grenzregion erhöht, um die potenzielle Ausbreitung der Schraubenwurmfliegen zu verfolgen und mögliche zusätzliche Populationen zu identifizieren, die in das Gebiet der Vereinigten Staaten eingedrungen sein könnten.
Das USDA hat in Abstimmung mit der Texas Animal Health Commission ein Einsatzleitungsteam aufgestellt, um die Eindämmungsmaßnahmen zu koordinieren. Ein zentrales Element der Reaktionsstrategie ist die beschleunigte Freisetzung steriler männlicher Schraubenwurmfliegen im betroffenen Gebiet. Diese Sterile-Insekten-Technik, bei der große Mengen im Labor gezüchteter steriler Männchen freigesetzt werden, die sich mit wilden Weibchen paaren und nicht lebensfähige Nachkommen erzeugen, ist dieselbe Methode, die den Schraubenwurm vor Jahrzehnten in den USA weitgehend ausgerottet hat und eines der erfolgreichsten biologischen Schädlingsbekämpfungsprogramme der Agrargeschichte darstellt.
Analysten der Agrarmärkte verweisen darauf, dass die Schraubenwurmentdeckungen die Rohstoffmärkte bereits verunsichert haben, insbesondere im Rindersektor. Das Potenzial eines weitreichenden Schraubenwurmbefalls stellt eine erhebliche Bedrohung für die Nahrungsmittelproduktion in den Vereinigten Staaten dar, da die südlichen Rinderzuchtstaaten einen bedeutenden Anteil an der nationalen Rindfleischversorgung ausmachen.
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