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Venedig nimmt Gaza-Dokumentarfilm NAZA in den Wettbewerb auf

Veröffentlicht am 25. August 2026 0 Aufrufe

Die Filmfestspiele von Venedig haben NAZA, einen Dokumentarfilm über den Tod palästinensischer Zivilisten im Gazastreifen, in den Hauptwettbewerb ihrer 83. Ausgabe aufgenommen. Die Veranstalter gaben die Ergänzung am 24. August bekannt. Das Werk der israelischen Regisseure Yuval Abraham und Rachel Szor vervollständigt damit das Feld für den Goldenen Löwen beim Festival vom 2. bis 12. September in Venedig, Italien.

NAZA ist laut Associated Press der einzige Dokumentarfilm unter den Anwärtern auf den Goldenen Löwen. Nach Angaben des Festivals entstanden die Aufnahmen nachts auf Dächern in Tel Aviv; der Film untersucht Systeme hinter israelischen Militäreinsätzen, bei denen palästinensische Zivilisten ums Leben kamen. Diese Darstellung stammt von den Filmschaffenden und dem Festival. Publikum und Kritik haben das Werk vor seiner Premiere in Venedig noch nicht öffentlich bewertet.

Als Grundlage dienen Recherchen, die zwischen 2023 und 2025 im israelisch-palästinensischen Medium +972 Magazine, in der hebräischsprachigen Publikation Local Call und im Guardian erschienen, berichtete AP. Der Guardian produzierte den Film gemeinsam mit James Wilson von JW Films; Regisseur Jonathan Glazer übernahm die ausführende Produktion. Wilson und Glazer gehörten zum Oscar-prämierten Team hinter The Zone of Interest.

Abraham und Szor führten zuvor zusammen mit Basel Adra und Hamdan Ballal bei No Other Land Regie. Die israelisch-palästinensische Zusammenarbeit entstand zwischen 2019 und 2023, begleitete Aktivisten im Widerstand gegen den Abriss palästinensischer Gemeinden und gewann 2025 den Oscar als bester Dokumentarfilm. Ihr neues Werk erhält deshalb bereits große Aufmerksamkeit im Preisgeschäft und dürfte neben filmischer Kritik auch politische Debatten auslösen.

Venedig setzte die Vorführung von NAZA für den 10. September um 17.15 Uhr in der Sala Grande des Palazzo del Cinema an. Das Festival erwartet die Regisseure, Produzenten, Journalisten des Guardian und eine offizielle Delegation. Abraham und Szor zählen zu den Filmschaffenden, die erstmals im Hauptwettbewerb von Venedig antreten; nach Angaben des Veranstalters umfasst dieser 21 Filme.

Der Krieg in Gaza prägte auch die vorige Festivalausgabe. Damals erhielt The Voice of Hind Rajab über ein sechsjähriges palästinensisches Mädchen, das bei der Flucht aus Gaza-Stadt starb, den Silbernen Löwen. AP berichtete zudem über eine propalästinensische Demonstration mit Tausenden Teilnehmern. Die diesjährige Jury unter dem Vorsitz von Maggie Gyllenhaal, der auch Regisseurin Kaouther Ben Hania angehört, gibt die Preise am 12. September bekannt.

Quellen: La Biennale di Venezia, Associated Press, Screen International

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