Walmart meldete am Donnerstag, dem 20. August, das schwächste Wachstum seiner vergleichbaren US-Umsätze seit sechs Jahren. Haushalte reagieren auf höhere Kosten für Kraftstoff und den täglichen Bedarf mit zurückhaltenderen Ausgaben. Die vergleichbaren Umsätze von Walmart US ohne Kraftstoff stiegen im zweiten Geschäftsquartal um 2,6 Prozent und verfehlten die Markterwartungen; die Aktie des Einzelhändlers verlor im Handelsverlauf mehr als 8 Prozent.
Das Ergebnis reicht über den Konzern hinaus, denn Walmart gilt als größter Einzelhändler der Welt, verkauft lebenswichtige Waren an viele amerikanische Haushalte und dient als wichtiger Maßstab für die Nachfrage. Dem Zuwachs von 2,6 Prozent stand im Vorquartal ein Plus von 4,1 Prozent gegenüber. Nach Angaben der Associated Press blieben vor allem Kunden mit niedrigerem Einkommen vorsichtig, weil Preise an Tankstellen und in anderen Bereichen ihre Budgets belasteten.
Der gesamte Quartalsumsatz legte dennoch gegenüber dem Vorjahr um 5,9 Prozent auf 187,9 Milliarden Dollar zu. Damit übertraf er die von S&P Capital IQ befragte Analystenschätzung von 186,8 Milliarden Dollar leicht, wie Axios berichtete. Ohne Gesundheit und Wellness wuchsen die vergleichbaren US-Umsätze um 3,4 Prozent, was den Einfluss des Apothekengeschäfts zeigt. Walmart führte einen Teil des Drucks auf Medicare-Regeln zurück, die Preise einiger teurer Medikamente begrenzen.
Walmart erhöhte seine Prognose für das jährliche Nettoumsatzwachstum von zuvor 3,5 bis 4,5 Prozent auf 4 bis 5 Prozent. Die Erwartung für den bereinigten Gewinn stieg laut Reuters auf 2,80 bis 2,87 Dollar je Aktie. Anleger bewerteten den Ausblick dennoch als vorsichtig. Das Unternehmen erklärte außerdem, erwartete Zollerstattungen zur Unterstützung niedriger Preise einzusetzen, statt das Geld ausschließlich den Gewinnmargen zuzuführen.
Der deutliche Kursverlust zeigt, dass Investoren trotz höherer Erlöse und verbesserter Jahresziele auf die schwächere US-Dynamik blickten. Wegen Walmarts Größe dürfte die Entwicklung die Prüfung der Verbraucherlage, der Einzelhandelspreise sowie der Kosten für Kraftstoff, Medikamente und Importe verschärfen. Die kommenden Quartale müssen zeigen, ob die Kaufzurückhaltung nur vorübergehend ist oder eine breitere Abschwächung amerikanischer Haushalte signalisiert.
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