Zurück zur Startseite Webb liefert Hinweise auf drei Schwarze Löcher in einer frühen Galaxie Wissenschaft

Webb liefert Hinweise auf drei Schwarze Löcher in einer frühen Galaxie

Veröffentlicht am 25. Oktober 2026 3 Aufrufe

Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops liefern Hinweise auf drei aktiv Materie aufnehmende Schwarze Löcher in der frühen Galaxie J0148-4214. Das berichtet eine Studie unter Leitung von Hannah Übler am deutschen Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. ScienceDaily griff die Ergebnisse am 25. Oktober auf. Die Forschung erschien bereits am 12. August in Astronomy & Astrophysics; heute erfolgt also keine erstmalige Bekanntgabe.

Das Team kartierte mit Webbs NIRSpec-Instrument die Wasserstoffemission in der Galaxie. Ihre Rotverschiebung von ungefähr fünf verortet sie im frühen Universum. Zwei Quellen liegen nahe dem Zentrum mit einem projizierten Abstand von etwa 620 Lichtjahren; die dritte liegt rund 5.500 Lichtjahre vom Zentrum entfernt. Dies sind Abstände am Himmel, keine vollständigen Messungen der dreidimensionalen Entfernungen.

Die Hinweise stammen aus breiten Wasserstoff-Emissionslinien, die mit schnell bewegtem Gas zusammenhängen. Die Autoren prüften Supernovae, Stoßwellen, Winde und massereiche Sterne, halten aber Gas um Materie aufnehmende Schwarze Löcher für die wahrscheinlichste Erklärung. Die Kartierung von Positionsänderungen des Lichts über das Spektrum half, die zentralen Quellen trotz ihrer Nähe zu unterscheiden.

Die Studie schätzt die Massen der drei Objekte auf etwa 80 Millionen, 600.000 und zwei Millionen Sonnenmassen. Diese Schätzungen beruhen auf Methoden, die an nahen Systemen kalibriert sind und bei fernen Galaxien erhebliche Unsicherheiten aufweisen. Die Ergebnisse stützen somit ein mögliches Trio Schwarzer Löcher, dessen physikalische Eigenschaften noch genauer zu bestimmen sind.

Dem Forschungsteam zufolge könnte das zentrale Paar schließlich verschmelzen, ein möglicher Weg zu schnellem Wachstum. Eine vereinfachte Rechnung ergibt für die Annäherung auf Spiralbahnen etwa 700 Millionen Jahre oder weniger; eine beobachtete Kollision liegt nicht vor. Das äußere Objekt bewegt sich möglicherweise nach innen oder frühere Wechselwirkungen versetzten es nach außen. Künftige Gravitationswellenobservatorien wie LISA könnten Verschmelzungen in Nachfolgern solcher Systeme untersuchen.

Quellen: Astronomy & Astrophysics, Übler et al. (https://doi.org/10.1051/0004-6361/202557419); Max Planck Institute for Extraterrestrial Physics (https://www.mpe.mpg.de/8218476/news20260812); ScienceDaily, October 25 coverage (https://www.sciencedaily.com/releases/2026/10/261024222000.htm)

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