Zurück zur Startseite WHO fordert nach 100 Tagen stärkere Ebola-Hilfe für den Kongo Gesundheit

WHO fordert nach 100 Tagen stärkere Ebola-Hilfe für den Kongo

Veröffentlicht am 24. August 2026 0 Aufrufe

Die Weltgesundheitsorganisation warnte am Montag, dass sich Ebola in der Demokratischen Republik Kongo schneller ausbreitet als die Kontrollmaßnahmen greifen, 100 Tage nach der Ausrufung des Ausbruchs. Die WHO meldete mehr als 5.200 bestätigte Fälle und bezeichnete den durch das Bundibugyo-Virus ausgelösten Ausbruch als den am schnellsten wachsenden in der Geschichte des Landes. Daher sei eine erhebliche Verstärkung der Hilfe nötig.

In den ersten drei Monaten registrierten die Behörden im Durchschnitt rund 90 bestätigte Fälle pro Tag. Laut WHO lag dieses Tempo deutlich über dem Stand in derselben Phase der westafrikanischen Epidemie von 2014 bis 2016 und des Kongo-Ausbruchs von 2018 bis 2020. Das Virus betrifft inzwischen sechs Provinzen; auf Ituri entfallen etwa 85 Prozent der Fälle und 79 Prozent der Todesfälle.

Die Sterblichkeit bleibt innerhalb und außerhalb der Behandlungszentren hoch. Nach Angaben der WHO machten Todesfälle in Gemeinden etwa 60 Prozent der 260 wöchentlichen Todesfälle der vergangenen sechs Wochen aus. Dieses Muster weist auf anhaltende Probleme bei Früherkennung, Überweisung und Zugang zur Versorgung hin. Zugleich erreichen manche Patientinnen und Patienten die Einrichtungen erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium.

Konflikte, Vertreibung, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen, schwieriger Zugang und Vorbehalte in einigen Gemeinden erschweren den Einsatz. Das Bundibugyo-Virus verbreitet sich durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten oder verunreinigtem Material; frühe Symptome ähneln Malaria. Für diesen Stamm gibt es laut WHO bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie, weshalb Tests, Isolation, Betreuung und Kontaktnachverfolgung entscheidend sind.

Der Kongo erhielt am späten Freitag 16.250 Dosen des zugelassenen Ebola-Impfstoffs Ervebo, einen Teil von 70.000 erwarteten Dosen der WHO und ihrer Partner, berichtete Associated Press. Ervebo besitzt eine Zulassung gegen eine andere Ebola-Art. Die WHO empfiehlt dennoch eine randomisierte Studie, da ein gewisser Schutz gegen Bundibugyo möglich ist. AP nannte die jüngsten nationalen Zahlen von 5.375 bestätigten Fällen und 2.557 Todesfällen.

Die Kapazitäten nahmen dennoch stark zu: Laut WHO stieg die Zahl der Teststandorte von einem auf 19 Labore, die täglich mehr als 3.000 Proben bearbeiten. Die Behandlungskapazität wuchs von weniger als 10 auf mehr als 1.300 Betten, und über 900 Einrichtungen erhielten Hilfe beim Infektionsschutz. WHO-Verantwortliche forderten Behörden, Gemeinden und internationale Partner auf, Fälle schneller zu finden, betroffene Orte früher zu erreichen und dauerhaft Mittel bereitzustellen.

Quellen: World Health Organization, Associated Press

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