Der Südliche Übergangsrat (STC) des Jemen und seine Institutionen werden nach wochenlangen Unruhen in den südlichen Gebieten aufgelöst, wie aus Berichten aus der Region hervorgeht. Die Entscheidung kommt nur einen Tag nachdem der Anführer des Rates inmitten eskalierender Spannungen in die Vereinigten Arabischen Emirate geflohen ist.
Der STC, der ein wichtiger politischer Akteur im komplexen Bürgerkrieg des Jemen war, kontrollierte bedeutende Teile des Südjemen und wurde von den VAE unterstützt. Die Auflösung markiert einen dramatischen Wandel in der Machtdynamik eines Landes, das seit 2014 in einen Bürgerkrieg verwickelt ist.
Der Zusammenbruch des Rates folgt auf wochenlange Demonstrationen und Zusammenstöße in den südlichen Gouvernoraten, wo die Bewohner wachsende Frustration über sich verschlechternde wirtschaftliche Bedingungen und Regierungsversagen zum Ausdruck brachten. Die Unruhen sollen sich auf mehrere große Städte ausgebreitet haben, darunter die Hafenstadt Aden, die als De-facto-Hauptstadt für die Anti-Huthi-Kräfte gedient hatte.
Die Abreise des STC-Anführers in die VAE signalisiert das Ende einer politischen Einheit, die zeitweise die vollständige Unabhängigkeit für den Südjemen angestrebt hatte, der bis zur Vereinigung 1990 ein eigenständiges Land war. Regionale Analysten vermuten, dass die Auflösung die Allianzen im laufenden Konflikt umgestalten und möglicherweise neue Wege für Friedensverhandlungen eröffnen könnte.
Die international anerkannte jemenitische Regierung hat sich noch nicht offiziell zu der Entwicklung geäußert, obwohl Quellen darauf hindeuten, dass Gespräche über die künftige Regierung der südlichen Gebiete im Gange sind. Humanitäre Organisationen haben Besorgnis über mögliche Instabilität während der Übergangszeit geäußert.
Kommentare