Der chinesische Präsident Xi Jinping und der russische Präsident Wladimir Putin haben am Mittwoch einen Gipfel in Peking abgehalten und 20 Abkommen über Handel, Infrastruktur, Energie, wissenschaftliche Forschung und Talentförderung unterzeichnet. Die beiden Nationen signalisieren damit eine Vertiefung ihrer strategischen Partnerschaft. Das Treffen in der Großen Halle des Volkes begann mit einer feierlichen Begrüßungszeremonie auf rotem Teppich, wobei beide Staatschefs ihre gemeinsame Vision einer multipolaren Weltordnung betonten und vor einer Rückkehr zum Recht des Stärkeren warnten.
Der Gipfel fiel mit dem 25. Jahrestag des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zusammen, der seit 2001 als Grundlage der chinesisch-russischen Beziehungen dient. Putin traf am 19. Mai zu einem zweitägigen Besuch in Peking ein. Die Staatschefs führten ausgedehnte Gespräche, bevor sie der Unterzeichnungszeremonie vorstanden. Obwohl beide Seiten rund 40 Abkommen zu Wirtschaft, Tourismus, Bildung und Energiesicherheit abschließen wollten, stellen die 20 am Mittwoch unterzeichneten Vereinbarungen die erste Phase einer umfassenderen Agenda dar.
Energiesicherheit blieb ein zentrales Anliegen Putins, der die Gas- und Ölexporte nach China ausbauen will, da westliche Sanktionen den russischen Zugang zu europäischen Märkten weiterhin einschränken. Für Xi bot das Treffen die Gelegenheit zu zeigen, dass China robuste diplomatische Beziehungen sowohl zu Washington als auch zu Moskau pflegt — ein Balanceakt, der angesichts eskalierender geopolitischer Spannungen zunehmend anspruchsvoller geworden ist. Der Gipfel fand nur wenige Tage nach Xis Empfang von Präsident Donald Trump in Peking statt.
Beide Staatschefs veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie ihr Engagement für eine verstärkte Zusammenarbeit in Bereichen wie Technologietransfer, Agrarhandel und Verteidigungskoordination bekräftigten. Beide Nationen sprachen sich gegen einseitige Sanktionen und Einmischung in innere Angelegenheiten souveräner Staaten aus — Formulierungen, die Beobachter als vorrangig an die Vereinigten Staaten und deren Verbündete gerichtet interpretieren.
Analysten sehen den Gipfel als Zeichen der fortschreitenden Entwicklung der chinesisch-russischen Beziehung von einer Zweckpartnerschaft hin zu einer strukturierteren strategischen Ausrichtung. Die Breite der Abkommen — von Medien und Film bis zur wissenschaftlichen Forschung — deutet darauf hin, dass beide Regierungen an der Vertiefung institutioneller Verbindungen arbeiten, die weit über die persönliche Beziehung der beiden Staatschefs hinausreichen.
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