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AfD gewinnt historische Wahl in Sachsen-Anhalt, Regierungsfrage bleibt offen

Veröffentlicht am 6. September 2026 0 Aufrufe

Die rechtsextreme Alternative für Deutschland hat bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag, dem 6. September, laut Hochrechnungen und einer weit fortgeschrittenen Teilauszählung einen historischen Sieg erzielt. Für eine Alleinregierung fehlten ihr jedoch knapp die nötigen Sitze. Die öffentlich-rechtlichen Sender sahen die AfD bei mehr als 44 Prozent, weit vor der Christlich Demokratischen Union von Bundeskanzler Friedrich Merz mit etwa 18 Prozent. Das Ergebnis markiert eine tiefgreifende Verschiebung in der deutschen Landespolitik.

Offizielle Wahldaten des Landes zeigten am späten Sonntag Ergebnisse aus mehr als 2.500 von 2.660 Wahlbezirken. El País errechnete 39 Sitze für die AfD in einem Parlament, in dem 42 Mandate eine absolute Mehrheit bedeuten. Während die Auszählung weiterlief, blieben die Zahlen vorläufig. Besondere Bedeutung hatte die Fünfprozenthürde, da der Einzug kleinerer Parteien die endgültige Sitzverteilung verändern kann.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bezeichnete das Resultat als historisch und erklärte, die Wähler hätten ein Signal an die Bundesregierung in Berlin gesendet. Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze räumte ein katastrophales CDU-Ergebnis ein und gratulierte der AfD zum ersten Platz. Die CDU hatte Sachsen-Anhalt 24 Jahre lang geführt und bei der vorherigen Landtagswahl 2021 noch 37,1 Prozent erreicht.

Die AfD trat mit dem Ziel an, die erste rechtsextrem geführte deutsche Landesregierung seit dem Zweiten Weltkrieg zu bilden. Der Verfassungsschutz des Landes stuft ihren Landesverband als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein; die Partei weist diese Einstufung zurück. Führende CDU-Politiker auf Bundes- und Landesebene bekräftigten ihre Ablehnung jeder Zusammenarbeit mit der AfD und hielten an der politischen Brandmauer der etablierten Parteien fest.

Für die endgültige Machtverteilung kann entscheidend sein, ob das Bündnis Sahra Wagenknecht die Fünfprozenthürde überwindet. Laut El País sahen späte Projektionen das Bündnis knapp über der Schwelle und damit möglicherweise in einer Position, Siegmunds Wahl zu unterstützen. Die Associated Press berichtete zugleich, dass die AfD zumindest geringfügig unter einer absoluten Mehrheit lag. Scheitert dieser Weg, stehen der CDU schwierige Gespräche mit kleineren Parteien bevor, womöglich unter Einbeziehung einer Unterstützung durch die Linke.

Das Ergebnis reicht über ein Land mit rund 2,1 Millionen Einwohnern hinaus. Die deutschen Länder besitzen weitreichende Zuständigkeiten, darunter für Bildung und Sicherheit, und wirken über den Bundesrat an der Bundesgesetzgebung mit. Sachsen-Anhalt verfügt dort allerdings nur über vier der 69 Stimmen. Nun folgen der Abschluss und die amtliche Feststellung der Auszählung sowie Verhandlungen darüber, ob der Wahlsieger ausreichende parlamentarische Unterstützung für eine Regierung findet.

Quellen: Associated Press, El País, The Guardian, Statistical Office of Saxony-Anhalt

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