Zurück zur Startseite Amazon erhöht Investitionsplan auf 220 Milliarden Dollar bei starkem Cloudwachstum Wirtschaft

Amazon erhöht Investitionsplan auf 220 Milliarden Dollar bei starkem Cloudwachstum

Veröffentlicht am 31. Juli 2026 727 Aufrufe

Amazon plant für 2026 Kapitalausgaben von 220 Milliarden Dollar und damit 20 Milliarden mehr als bislang angekündigt. Eine deutliche Beschleunigung der Cloudnachfrage trug dazu bei, den Quartalsumsatz um 20 Prozent auf 200,6 Milliarden Dollar zu steigern. Vorstandschef Andy Jassy erklärte den Anlegern am Donnerstag, die zusätzlichen Mittel flössen überwiegend in künstliche Intelligenz sowie in Roboter, Halbleiter und Satelliten.

Amazon Web Services erzielte im zweiten Quartal 42,2 Milliarden Dollar Umsatz, 37 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen, wie Amazon am 30. Juli mitteilte. Das operative Ergebnis von AWS stieg von 10,2 Milliarden auf 16,6 Milliarden Dollar. Nach Angaben des Konzerns überschritten sowohl das KI-Geschäft als auch das Chipgeschäft jeweils eine annualisierte Umsatzrate von 25 Milliarden Dollar. Die Nachfrage nach Rechenkapazität führt somit bereits zu beträchtlichen Erlösen.

Das operative Ergebnis des Gesamtkonzerns legte um 43 Prozent auf 27,5 Milliarden Dollar zu. Der ausgewiesene Nettogewinn erreichte 62,6 Milliarden Dollar oder 5,75 Dollar je verwässerter Aktie, nach 18,2 Milliarden im Vorjahr. Darin enthalten sind jedoch 53,4 Milliarden Dollar an nicht operativen Vorsteuererträgen, hauptsächlich aus Amazons Beteiligung an Anthropic. Der Gewinnsprung bildet deshalb nicht allein Verbesserungen im Handels- und Cloudgeschäft ab.

Die Expansion bindet erheblich Barmittel. Für die zwölf Monate bis Ende Juni meldete Amazon einen negativen freien Cashflow von 7,6 Milliarden Dollar, nachdem im Vergleichszeitraum noch 18,2 Milliarden zugeflossen waren. Als Hauptgrund nannte der Konzern einen jährlichen Anstieg der Nettoausgaben für Sachanlagen um 66,1 Milliarden Dollar, vor allem für KI. Jassy führte die jüngste Budgeterhöhung auf teurere Speicherchips zurück und betonte, selbst der neue Umfang reiche nicht für die gesamte aktuelle Nachfrage.

Auch die verbrauchernahen Sparten expandierten. Der Umsatz in Nordamerika stieg um 16 Prozent auf 116,2 Milliarden Dollar, international um 15 Prozent auf 42,2 Milliarden und in der Werbung um 26 Prozent. Prime-Mitglieder erhielten im ersten Halbjahr nach Unternehmensangaben über 40 Prozent mehr Artikel am selben Tag oder über Nacht; zugleich verdoppelte sich die Zahl neuer Kunden der Onlineapotheke mehr als. Associated Press und Axios berichteten von einem Kursplus von über 9 Prozent im nachbörslichen Handel.

Für das dritte Quartal erwartet Amazon Umsätze zwischen 197 und 202 Milliarden Dollar, entsprechend einem Wachstum von 9 bis 12 Prozent, sowie ein operatives Ergebnis von 22,5 bis 26,5 Milliarden. Die Umsatzspanne liegt unter dem von Associated Press genannten Analystenkonsens von 203,9 Milliarden Dollar und dämpft das ansonsten starke Bild. Anleger prüfen nun, ob das schnellere AWS-Wachstum und steigende KI-Erlöse ein Budget weit über den 128 Milliarden Dollar des Vorjahres rechtfertigen und zugleich eine Rückkehr zu positivem freien Cashflow ermöglichen.

Quellen: Amazon Investor Relations, Associated Press, Axios

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