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Amsterdam wird erste Hauptstadt mit Verbot von Werbung für fossile Brennstoffe und Fleisch

Veröffentlicht am 7. Februar 2026 887 Aufrufe

Amsterdam hat Geschichte geschrieben und ist die erste Hauptstadt der Welt, die Werbung für fossile Brennstoffe und Fleischprodukte in öffentlichen Räumen gesetzlich verbietet. Die bahnbrechende Gesetzgebung, die am 1. Mai 2026 in Kraft tritt, untersagt Werbung für Flugreisen, Kreuzfahrten, benzinbetriebene Fahrzeuge, Fleischprodukte und fossile Energiedienstleistungen auf Plakatwänden, Bushaltestellen, Straßenbahnen, U-Bahn-Stationen und im öffentlichen Nahverkehr der Stadt.

Der Stadtrat stimmte am 22. Januar mit 27 zu 17 Stimmen für die Maßnahme, die von der grünen Partei GroenLinks und der Tierschutzpartei Partij voor de Dieren vorgeschlagen wurde. Unternehmen, die gegen das neue Gesetz verstoßen, könnten mit Geldstrafen von 20.000 bis 100.000 Euro rechnen, wobei Wiederholungstäter das Doppelte zahlen müssen. Das Verbot betrifft nicht einzelne Ladenbesitzer, die weiterhin ihre Produkte auf Plakaten vor ihren Geschäften bewerben dürfen.

Amsterdam hatte bereits Ende 2020 Maßnahmen gegen Werbung für fossile Brennstoffe ergriffen, als der Stadtrat einen Antrag verabschiedete, solche Werbung bei der Erneuerung von Verträgen mit Werbebetreibern zu verbieten. Durch die Umsetzung des Verbots per Verordnung wird nun jede Werbung für fossile Brennstoffe und Fleisch in der gesamten Stadt verboten, unabhängig davon, ob die Stadt einen Vertrag mit dem Werbebetreiber hat.

Die Entscheidung folgt einem erfolgreichen rechtlichen Präzedenzfall aus Den Haag, das sein ähnliches Verbot im April 2025 vor Gericht verteidigte. Die Reisebranchenverbände ANVR und TUI hatten geklagt, um die Verordnung von Den Haag aufzuheben, aber das Gericht bestätigte das Verbot und urteilte, dass es mit dem EU-Recht vereinbar ist und einem klaren öffentlichen Interesse bei der Bekämpfung der Klimakrise dient.

Umweltschützer begrüßten die Entscheidung als großen Sieg im Kampf gegen den Klimawandel. Femke Sleegers von der Initiative Fossil Free Advertising erklärte, dass Werbung, die fossile Brennstoffe als normal darstellt, die Klimastörung verschlimmert und keinen Platz in Städten hat, die sich der Umweltverantwortung verpflichtet fühlen.

Amsterdam schließt sich mehreren anderen niederländischen Städten an, die ähnliche Verbote erlassen haben, darunter Utrecht, Den Haag, Zwolle, Delft und Nimwegen. Die Bewegung gewinnt in ganz Europa an Schwung.

Quellen: Euronews, DutchNews, DeSmog, BusinessGreen, NL Times, Plant Based News

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