Zurück zur Startseite Asiens Raffinerien kaufen US-Rohöl wegen der Risiken an der Straße von Hormus Wirtschaft

Asiens Raffinerien kaufen US-Rohöl wegen der Risiken an der Straße von Hormus

Veröffentlicht am 17. August 2026 0 Aufrufe

Asiatische Raffinerien haben eine neue Runde amerikanischer Rohölladungen zur Lieferung im November gesichert. Anhaltende Risiken rund um die Straße von Hormus bewegen große Käufer in Südkorea, Japan und Taiwan dazu, ihre Versorgung breiter aufzustellen. Reuters berichtete am Sonntag unter Berufung auf Handelsquellen, dass die offengelegten Käufe mindestens 6 Millionen Barrel umfassen. Bei einem weiteren japanischen Geschäft blieb das Volumen ungenannt.

Die südkoreanische GS Caltex kaufte den Quellen zufolge 2 Millionen Barrel Mars-Rohöl von Shell. Der Aufschlag lag bei etwa 13 bis 14 Dollar je Barrel gegenüber der Dubai-Referenz für Oktober. Die japanische Cosmo Energy erwarb ebenfalls Mars-Rohöl vom Rohstoffhändler Trafigura, doch Reuters nannte weder Menge noch Preis. Mars ist eine mittelschwere schwefelhaltige Sorte aus dem amerikanischen Golf von Mexiko.

Japans größte Raffineriegesellschaft Eneos kaufte laut den Quellen 2 Millionen Barrel West Texas Intermediate von Trafigura zu einem Aufschlag von mehr als 10 Dollar gegenüber dem WTI-Preis für Oktober. Taiwans staatliche CPC erwarb in einer Ausschreibung weitere 2 Millionen Barrel WTI, etwa 8 bis 9 Dollar über datiertem Brent. Die Unternehmen hatten nicht sämtliche von Handelsquellen genannten Vertragsbedingungen öffentlich bestätigt.

Die Geschäfte setzen eine Verlagerung fort, die mit den Störungen rund um Hormus und den Problemen traditioneller Lieferrouten aus dem Golf begann. S&P Global Energy berichtete zuvor, Südkorea sei 2025 mit 174,9 Millionen Barrel Asiens größter Käufer amerikanischen Rohöls gewesen. Japan importierte im selben Jahr 37,9 Millionen Barrel leichtes, schwefelarmes US-Rohöl und damit fast doppelt so viel wie 2024.

Die Aufschläge zeigen, dass Sicherheit und Verfügbarkeit die längere Reise von der amerikanischen Golfküste überwiegen können. AP berichtete, dass Südkorea im vergangenen Jahr mehr als 60 Prozent seines Rohöls über Hormus bezog. Alternative Ladungen sind deshalb für Raffinerien sowie für Benzin, Diesel und petrochemische Ausgangsstoffe wichtig. Der Wettbewerb um Öl aus dem Atlantikraum kann US-Exporteure stärken, erhöht jedoch möglicherweise Einkaufs- und Frachtkosten für asiatische Verarbeiter.

Marktteilnehmer beobachten nun Schifffahrtsbedingungen, Kriegsrisikoversicherungen und die Preisabstände für Novemberöl. So wollen sie erkennen, ob sich die Käufe zu einer dauerhaften Veränderung der Handelsströme entwickeln. Ein anhaltender asiatischer Wechsel zu US-Sorten kann das Angebot im Atlantikraum verknappen; sicherere und verlässlichere Lieferungen aus dem Golf können Produzenten des Nahen Ostens Marktanteile zurückbringen. Endpreise und Lieferpläne hängen weiterhin von kommerziellen und logistischen Bedingungen ab.

Quellen: Reuters, S&P Global Energy, Associated Press

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