Astronomen haben in Gas weit außerhalb sichtbarer Galaxien eine gerichtete Spur energiereicher Jets aus Schwarzen Löchern entdeckt. Ein Wissenschaftsbericht vom 26. September verbindet die Jets mit dem Leuchten von Wasserstoff in den ausgedehnten Gasreservoirs der Galaxien. Das liefert einen beobachtbaren Hinweis darauf, wie Vorgänge im galaktischen Zentrum die äußere Umgebung beeinflussen.
Zum Forschungsteam gehören Namrata Roy vom indischen Raman Research Institute und Sanchayeeta Borthakur von der Arizona State University. Die Studie erschien in The Astrophysical Journal Letters; die Universität stellte ihre Ergebnisse zuerst am 24. September vor. Das sogenannte zirkumgalaktische Medium enthält Gas, das abkühlen, nach innen strömen und Material für neue Sterne liefern kann.
Nach Angaben der Universität verband das Team optische Daten des Dark Energy Spectroscopic Instrument mit Radiomessungen des LOFAR Two-meter Sky Survey. Es bündelte schwache Signale von Hunderten Galaxien mit aktiven Jets und untersuchte entlang der Jetachsen die H-Alpha-Strahlung von ionisiertem Wasserstoff.
Über alle Richtungen gemittelt blieb das Wasserstoffsignal schwach; entlang der Jetachsen trat es dagegen deutlich hervor, erklärte die Universität. Besonders hell war es nahe der sichtbaren Galaxie und erneut am äußeren Rand des Gasreservoirs. Eine Kontrolle anhand der Magnesiumabsorption zeigte kühleres Gas in gleichmäßigerer Verteilung, ohne denselben Bezug zur Richtung der Jets.
Das Muster stützt laut den Forschern und Indiens Ministerium für Wissenschaft und Technologie die Annahme, dass Jets Gas erwärmen oder stören, das sonst die Sternentstehung speisen könnte. Die Beobachtungen zeigen, wo Jets auf Gas treffen; sie messen nicht direkt, wie viele Sterne dadurch ausblieben. Diese Unterscheidung ist wichtig, um den Einfluss Schwarzer Löcher auf das Wachstum von Galaxien zu beurteilen.
Die richtungsabhängige Methode soll künftigen optischen und Radiodurchmusterungen helfen, den Effekt in weiteren Galaxien zu prüfen. Zusätzliche Beobachtungen und Simulationen müssen klären, wie viel Energie die Jets abgeben und ob das gestörte Gas langfristig nicht mehr abkühlt.
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