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Gas an Marsvulkan liefert Hinweise auf mögliche Aktivität im Untergrund

Veröffentlicht am 5. November 2026 9 Aufrufe

Forschende haben Chlorwasserstoff beim Marsvulkan Alba Mons entdeckt und damit Hinweise auf mögliche vulkanische Aktivität im Untergrund gefunden. Die am 4. November online in Science Advances veröffentlichte Studie verbindet Atmosphärenmessungen mit Bildern von Oberflächenrissen. Das internationale Team deutet das Gas als mögliches Zeichen für verborgenes Magma; einen Ausbruch hat es nicht beobachtet.

Laut Europäischer Weltraumorganisation meldete der ExoMars Trace Gas Orbiter dieses Gas erstmals 2021. Die saisonalen Schwankungen hängen offenbar überwiegend mit Staub- und Wasserkreisläufen zusammen: Die Konzentrationen steigen im Nordwinter und verschwinden im Sommer weitgehend. Bei Alba Mons entdeckte das Team jedoch ein ungewöhnliches Signal im Frühsommer. Der breite Vulkan liegt auf der Nordhalbkugel und ist nach Fläche der größte des Mars, berichtet Reuters.

Die Atmospheric Chemistry Suite erfasste das örtlich begrenzte Gas, während die CaSSIS-Kamera frische, schmale Spalten und Farbänderungen am Boden zeigte. Daniel Mège von der Polnischen Akademie der Wissenschaften nannte gegenüber der ESA etwa zwei Chlorwasserstoffmoleküle pro Milliarde Luftmoleküle. Das Team vermutet, dass winterliches Eis die Wege versperrt und sein Verschwinden eingeschlossenes Gas entweichen lässt.

Das Team prüfte andere atmosphärische chemische Erklärungen, bevor es einen magmatischen Ursprung bevorzugte, erklärte Mège. Die Beobachtungen zeigen weder unmittelbar geschmolzenes Gestein noch bestimmte Risse als gesicherte Quelle. Laut National Geographic könnten auch Reaktionen zwischen heißem Wasser und Chloriden das Gas erzeugen. Neue Lavaströme oder Ausbrüche hat bislang niemand beobachtet, betonte die ESA.

Falls unter der Region noch Magma liegt, könnte seine Wärme geschützte Räume schaffen, in denen Grundwasser und Gestein reagieren. Solche hydrothermalen Systeme sind für die Suche nach mikrobiellem Leben relevant, doch die Studie hat keine Organismen entdeckt. Mège betonte, dass selbst ein solches System kein Leben enthalten muss. Weitere Untersuchungen müssen den Ursprung des Gases und tatsächlich vorhandene, möglicherweise lebensfreundliche Bedingungen klären.

Quellen: European Space Agency (https://blogs.esa.int/to-mars-and-back/2026/11/04/geological-intuition-for-mars/); ESA via Phys.org (https://phys.org/news/2026-11-european-orbiter-fresh-hints-volcanic.html); Science Advances (https://doi.org/10.1126/sciadv.aeb9422); Reuters (https://kelo.com/2026/11/04/pungent-gas-above-martian-fissures-hints-at-ongoing-volcanism/); National Geographic (https://www.nationalgeographic.com/science/article/mars-volcano-gas-hydrogen-chloride)

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