Die LHCb-Kollaboration am CERN meldete am 3. November Hinweise auf einen Teilchenzerfall mit einer erwarteten Häufigkeit von etwa eins zu zehn Milliarden. Das Experiment bei Genf erkennt ein Signal für den Zerfall eines neutralen B-Mesons in Myon und Antimyon. Auch Cambridge und Oxford meldeten das Ergebnis: 3,2 Sigma, unter der Schwelle für eine bestätigte Entdeckung.
Das Teilchen Bd enthält ein Beauty-Quark und ein Down-Antiquark. Myonen ähneln Elektronen, sind jedoch schwerer. Laut CERN prüft die Messung dieses äußerst seltenen Vorgangs das Standardmodell: Unbekannte Teilchen könnten seine Häufigkeit beeinflussen, selbst wenn der Beschleuniger sie nicht direkt erzeugen kann.
Die Forschenden kombinierten Daten von 2024 und 2025 mit Aufzeichnungen von 2011 bis 2018. Die jüngere Stichprobe erreicht laut CERN allein 3,0 Sigma. Der verbesserte Detektor erfasst Daten bis zu fünfmal schneller als früher. Präzisere Teilchenerkennung und maschinelles Lernen trennen das schwache Signal von anderen Prozessen.
Laut CERN lieferte eine gemeinsame Analyse von LHCb und CMS 2015 Hinweise auf diesen Zerfall; spätere Aktualisierungen bestätigten sie jedoch nicht. Das neue Ergebnis bietet erstmals Hinweise aus einem einzelnen Experiment. Die Analyse verbessert außerdem Messungen des verwandten Bs-Zerfalls in ein Myonenpaar, eines bereits beobachteten Prozesses.
Cambridge zufolge steht die fachliche Begutachtung der Ergebnisse noch aus. Sie stimmen mit dem Standardmodell überein und belegen keine neuen Teilchen. Für die Entdeckungsschwelle von fünf Sigma benötigen die Forschenden mehr Daten. Eine weitere, für Mitte der 2030er-Jahre geplante LHCb-Aufrüstung könnte laut CERN diese Prüfungen der Grundlagenphysik präzisieren.
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