Archäologen in Pompeji, Italien haben anhand von Grabungsbefunden einen Holzschrank rekonstruiert. Persönliche Gegenstände darin beleuchten das Leben vor der Verschüttung der Stadt durch den Vesuv im Jahr 79. Neue Berichte vom 30. Oktober folgen dem Bericht des archäologischen Parks vom 29. Oktober. Die Funde verbinden häusliche Routinen, Kindheitserinnerungen und möglichen Handel, ohne eine Person zu bestimmen.
Der Park nennt den Standort in einem Haus an der Via dell’Abbondanza, das traditionell mit Cornelius Maximus verbunden ist. Darin lagen eine Pinzette, ein Werkzeug zum Mischen von Pigmenten, ein gläsernes Duftfläschchen, ein Räuchergefäß und eine Bronzelampe. Bleigewichte befanden sich in den Resten einer kleinen Holzkiste. Sie könnten auf Handel hindeuten; ihre genaue Funktion erfordert jedoch eine Prüfung im Fundzusammenhang.
Eine Kette umfasste mindestens 24 Miniaturobjekte aus Fayence, Knochen, Glaspaste und Bergkristall. Ihre Aufhängelöcher und Darstellungen, darunter die Gottheiten Bes und Merkur, verbinden sie mit den Crepundia: Schutzamuletten für Kinder, die auch rasselnde Geräusche erzeugten. Erwachsene bewahrten solche Stücke manchmal als Kindheitserinnerungen auf, erläutert der von ArcheoMedia wiedergegebene Bericht des Parks.
Ein weiteres Behältnis, ein kleines geflochtenes Körbchen, enthielt 38 Bronzemünzen. Zurückgelassene Wertsachen könnten darauf hindeuten, dass den Bewohnern während des Ausbruchs die Zeit zum Bergen fehlte. Ob sie überlebten, lässt sich daraus nicht schließen. Parkdirektor Gabriel Zuchtriegel betonte, die Gegenstände machten den Alltag greifbarer, während die Identität der Bewohner ungewiss bleibe. Die Belege erlauben keine sichere Zuordnung sämtlicher Stücke zu einer Frau.
Die Freilegung der Fassade erfolgte 1912; die Untersuchung dahinterliegender Räume gehört zu Restaurierungsarbeiten und Maßnahmen für bessere Zugänglichkeit neben der Insula dei Casti Amanti. Der Grabungsbericht vom 29. Oktober liefert den wissenschaftlichen Kontext der jüngst vorgestellten Funde. Die Erforschung des Hauses bleibt unvollständig. Tätigkeiten des Haushalts und Schicksal seiner Bewohner sind offene Fragen und ergeben keine vollständige Biografie.
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