Zurück zur Startseite Bangladeschs Masern-Todeszahl nähert sich der Marke von 1.000 Gesundheit

Bangladeschs Masern-Todeszahl nähert sich der Marke von 1.000

Veröffentlicht am 6. September 2026 0 Aufrufe

Bangladesch meldete am 5. September vier weitere Todesfälle bei Kindern im Zusammenhang mit bestätigten Masern oder einer Krankheit mit masernähnlichen Symptomen. Damit stieg die kombinierte Zahl seit dem 15. März nach Angaben der Generaldirektion für Gesundheitsdienste auf 991. Der landesweite Bericht erfasste außerdem binnen 24 Stunden 843 neue Verdachtsfälle und 74 im Labor bestätigte Infektionen, was trotz monatelanger Gegenmaßnahmen auf anhaltend starke Übertragung hindeutet.

Die Gesundheitsbehörde ordnete 100 Todesfälle laborbestätigten Masern und 891 verstorbenen Kindern mit verdächtigen Symptomen zu. Insgesamt verzeichnet sie nun 19.641 bestätigte Infektionen und 163.105 Verdachtsfälle. Die Behörden führen beide Kategorien getrennt, weil für den größten Teil der Erkrankungen und Todesfälle in der erweiterten Summe keine Laborbestätigung vorliegt.

Seit Mitte März nahmen Krankenhäuser 143.214 Patienten mit Masernverdacht auf; 137.921 Menschen erholten sich und verließen die Kliniken, erklärte die Behörde. Laut Anadolu Agentur entfielen 464 der kombinierten Todesfälle auf die Division Dhaka. Das verdeutlicht die schwere Belastung in der dicht besiedelten Hauptstadtregion. Masern verbreiten sich über die Luft und Atemtröpfchen und können Lungenentzündung, Durchfall, Gehirnentzündung, Erblindung und Tod verursachen.

Die Weltgesundheitsorganisation bewertete das nationale Risiko bereits zuvor als hoch. Sie verwies auf die weite Verbreitung, große Immunitätslücken und Infektionen bei Kindern, die für Routineimpfungen noch zu jung sind. Die WHO führt das Wiederaufflammen auf einen landesweiten Mangel an Masern-Röteln-Impfstoff in den Jahren 2024 und 2025, Lücken bei Routineimpfungen und fehlende regelmäßige landesweite Zusatzkampagnen seit 2020 zurück.

Bangladesch startete am 5. April eine Notfallkampagne gegen Masern und Röteln in besonders gefährdeten Bezirken und weitete sie später landesweit aus. Nach Angaben von Anadolu impften die Behörden zusätzlich zu den Routineangeboten fast 19,48 Millionen Kinder über das Sonderprogramm. Für Ende September plant die Regierung eine weitere nationale Sonderaktion, um Kinder zu erreichen, die frühere Runden verfehlten.

Die WHO empfiehlt dauerhaft eine gleichmäßige Abdeckung von mindestens 95 Prozent mit beiden Impfdosen, eine stärkere Überwachung und eine schnelle klinische Reaktion. Bangladesch aktivierte Einsatzteams, verbesserte die Bereitschaft der Krankenhäuser und stellte Vitamin A für Verdachts- und bestätigte Fälle bereit. Die jüngsten Todesfälle zeigen dennoch, dass das Schließen verbleibender Impflücken und die klare Trennung bestätigter Masern von ähnlichen Krankheiten für die Eindämmung entscheidend bleiben.

Quellen: Bangladesh Directorate General of Health Services, Bangladesh Sangbad Sangstha, Anadolu Agency, World Health Organization

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