Zurück zur Startseite Becerra und Hilton ziehen in die Gouverneurswahl in Kalifornien im November ein Politik

Becerra und Hilton ziehen in die Gouverneurswahl in Kalifornien im November ein

Veröffentlicht am 6. Juni 2026 706 Aufrufe

Xavier Becerra und Steve Hilton haben sich ihre Plätze bei der Gouverneurswahl in Kalifornien im November gesichert und gingen als die beiden Bestplatzierten aus dem großen Bewerberfeld der Vorwahl vom 2. Juni hervor. Die Associated Press prognostizierte die Ergebnisse am 5. und 6. Juni, während die Auszählung der Stimmen andauerte. Becerra, ein Demokrat, sicherte sich dabei etwa 27 Prozent der Stimmen bei rund zwei Dritteln der ausgezählten Stimmzettel. Das Rennen bestimmt, wer den amtszeitbeschränkten Gouverneur Gavin Newsom an der Spitze des bevölkerungsreichsten Bundesstaates der Nation ablöst.

Becerra bringt jahrzehntelange politische Erfahrung in den Wahlkampf ein. Der ehemalige Generalstaatsanwalt von Kalifornien diente zuvor als Gesundheitsminister unter Präsident Biden und vertrat Kalifornien zwölf aufeinanderfolgende Amtsperioden lang im US-Repräsentantenhaus. Sein umfangreicher Werdegang erstreckt sich über die Bundes- und Landesregierung und verschafft ihm eine tiefe Vertrautheit mit den politischen Herausforderungen Kaliforniens, von bezahlbarem Wohnen über Einwanderung bis hin zur Waldbrandvorsorge.

Sein Gegner Steve Hilton verkörpert einen grundlegend anderen politischen Werdegang. Der ehemalige Fox-News-Moderator und konservative Kommentator hat sich als populistischer Außenseiter positioniert, der frische Perspektiven nach Sacramento bringen kann. Hilton hat sich die Unterstützung von Ex-Präsident Donald Trump gesichert, was ihm half, die republikanische Basis in einer Vorwahl zu konsolidieren, in der mehrere GOP-Kandidaten um die konservative Stimme konkurrierten. Sein medialer Hintergrund hat ihm eine hohe Bekanntheit unter republikanischen Wählern im gesamten Bundesstaat verschafft.

Becerras Weg zur Hauptwahl stellt eines der bemerkenswertesten politischen Comebacks in der jüngeren Geschichte Kaliforniens dar. Über weite Strecken des Wahlkampfs dümpelte er im niedrigen einstelligen Prozentbereich in den Umfragen, überschattet von besser finanzierten und profilierteren demokratischen Rivalen. Sein dramatischer Aufstieg in den letzten Wochen der Vorwahl überraschte viele politische Beobachter, als er die Unterstützung moderater Demokraten sammelte, die ihn als den aussichtsreichsten Kandidaten gegen einen von Trump unterstützten Republikaner betrachteten.

Die Kampagnendynamik spiegelt breitere nationale politische Trends wider, die sich in Kaliforniens einzigartiger Wahllandschaft manifestieren. Becerra hat sich als gemäßigter Mainstream-Demokrat positioniert und seine Regierungserfahrung sowie seine Bereitschaft betont, die Trump-Administration in Fragen von der Durchsetzung der Einwanderungsgesetze bis zur Umweltregulierung herauszufordern. Seine Botschaft fand besonders in Vorstadtbezirken Anklang, in denen die Wähler pragmatische Führung statt ideologischer Konfrontation suchen.

Kaliforniens offenes Vorwahlsystem, das die Wähler 2010 einführten, erlaubt es allen Kandidaten unabhängig von der Parteizugehörigkeit, auf einem einzigen Stimmzettel anzutreten, wobei die beiden Bestplatzierten in die Hauptwahl einziehen. Dieses System hat gelegentlich Hauptwahlkonfrontationen zwischen zwei Kandidaten derselben Partei hervorgebracht, obwohl dieser Zyklus das traditionellere Duell zwischen Demokrat und Republikaner bieten wird, das beide Parteien erwartet hatten.

Der verlängerte Zeitrahmen für die Finalisierung der Vorwahlergebnisse spiegelt Kaliforniens Briefwahlsystem wider, das es ermöglicht, dass am Wahltag abgestempelte Stimmzettel bis zu sieben Tage später eintreffen. Die Wahlbeamten in den 58 Bezirken des Bundesstaates verarbeiten und zählen diese verspäteten Stimmzettel weiterhin, obwohl die Abstände zwischen den beiden Erstplatzierten und dem Rest des Feldes voraussichtlich bestehen bleiben. Die Hauptwahl am 3. November entscheidet, ob Kalifornien sich einem progressiv orientierten Demokraten zuwendet oder unter Hiltons Führung einen konservativen Kurswechsel vollzieht.

Quellen: Associated Press, CalMatters, NBC News, Washington Post

Kommentare