Ein schnell wachsender Waldbrandkomplex in British Columbia hat rund um Clinton mehr als 48.500 Hektar erfasst und die Evakuierung des Ortes sowie Hunderter umliegender Grundstücke ausgelöst. Einsatzkräfte schützen Wohnhäuser, Betriebe und wichtige Infrastruktur. The Canadian Press berichtete am späten Samstag, dem 25. Juli, Clinton sei größtenteils erhalten geblieben. Behörden bestätigten jedoch Verluste im Industriegebiet südlich des Ortes und warnten vor anhaltender Gefahr.
Zum Big-Bar-Komplex gehören die Brände Pear Lake und Fiftynine Creek. Beide zeigten am Freitag extremes Verhalten, als kräftiger Wind die Flammen in Richtung der Gemeinde trieb. Daten des Waldbranddienstes von British Columbia, auf die sich The Canadian Press berief, bezifferten Pear Lake am Samstagnachmittag auf gut 19.000 Hektar und Fiftynine Creek auf 29.612 Hektar. Pear Lake überquerte südlich von Clinton den Highway 97 und rückte auf beiden Seiten des Ortes vor.
Feuerwehrleute arbeiteten über Nacht gemeinsam mit Teams zum Gebäudeschutz, installierten Ausrüstung und verteidigten Häuser. Clintons Verwaltung erklärte, der Einsatz habe größere Verluste verhindert, doch für eine vollständige Schadensprüfung seien die Bedingungen weiterhin zu gefährlich. Im Ort fiel der Strom aus, die Straßen blieben aus Sicherheitsgründen gesperrt und BC Hydro will Schäden prüfen sowie die Versorgung wiederherstellen, sobald sichere Arbeiten möglich sind.
Am Samstag weiteten die Behörden die Notfallmaßnahmen in der Region aus. Der Regionalbezirk Thompson-Nicola teilte mit, die Evakuierungsanordnung für Fiftynine Creek erfasse nach der Aufnahme von 19 weiteren Adressen nun 299 Grundstücke. Eine Warnzone östlich von Clinton umfasste etwa 436 Grundstücke. Der Regionalbezirk Squamish-Lillooet führte außerdem Evakuierungsanordnungen für Pear Lake, Bonanza Creek und Twin Two sowie Warnungen wegen weiterer Feuer auf.
Der Waldbranddienst beschrieb an der Spitze von Pear Lake eine sehr bis extrem intensive Verbrennung mit aktivem Kronenfeuer und Funkenflug. Außerdem entstand eine Pyrocumuluswolke, die lokales Wetter und Blitze erzeugen kann. Die Fachleute erwarteten weiteres Wachstum. Die Provinz holte zusätzliches Personal aus Yukon, Alberta und Mexiko, um die Brandbekämpfung zu verstärken und eingesetzten Mannschaften Ruhezeiten zu ermöglichen.
Die Behörden verwiesen Evakuierte an Notfallzentren in Kamloops oder Lillooet und forderten sie auf, Anordnungen zu befolgen und nicht zurückzukehren, solange Straßen und Grundstücke unsicher sind. Die kurzfristige Entwicklung hängt von Wind, Brandverhalten und der Fähigkeit der Einsatzkräfte ab, Schutzlinien zu halten. Erst nach einem Rückgang der Gefahr sollen Prüfungen beginnen und betroffene Eigentümer benachrichtigt werden.
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