Kanada hat fast 19 Millionen kanadische Dollar an Bundesmitteln für den Ausbau des London Digester in Ontario angekündigt. Die Anlage ist Kanadas größte Vergärungsstätte für Lebensmittelabfälle, die erneuerbares Erdgas erzeugt. Energie- und Rohstoffminister Tim Hodgson stellte die Investition am 24. August für StormFisher Environmental vor, eine Tochter von Generate Upcycle. Kanada will damit mehr organisches Material von Deponien fernhalten und die heimische Produktion kohlenstoffarmer Kraftstoffe steigern.
Der Ausbau im Umfang von 70 Millionen kanadischen Dollar soll 2027 abgeschlossen sein. Natural Resources Canada erklärte, die modernisierte Anlage könne jährlich zusätzlich 450.000 Gigajoule erneuerbares Erdgas erzeugen. Diese Energiemenge entspreche ungefähr dem Jahresbedarf von 4.500 Haushalten. Die erwartete gesamte Produktionskapazität steigt dadurch auf 675.000 Gigajoule pro Jahr.
Die Anlage nimmt getrennt gesammelte kommunale Bioabfälle sowie Lebensmittel- und Getränkereste von industriellen, gewerblichen und institutionellen Kunden an. Bei der anaeroben Vergärung bauen Mikroorganismen das Material ohne Sauerstoff ab. Das dabei erfasste Biogas lässt sich zu einem netzfähigen Brennstoff aufbereiten, statt dass verrottender Abfall auf einer Deponie Methan freisetzt. Zusätzlich soll das Projekt pro Jahr 86.000 Tonnen nährstoffreichen organischen Dünger für landwirtschaftliche Betriebe im Südwesten Ontarios liefern.
Der Bundesbeitrag stammt aus dem Clean Fuels Fund von Natural Resources Canada, der finanzielle Risiken beim Bau oder Ausbau sauberer Kraftstoffanlagen mindern soll. Kanadas öffentliche Zuschussdatenbank beziffert die Vereinbarung mit StormFisher auf 18.790.124 kanadische Dollar. Sie bestätigt zugleich die zusätzliche Jahresleistung von 450.000 Gigajoule Gas und 86.000 Tonnen Dünger.
Ontarios Umweltregister zeigt, dass der 4,27 Hektar große Standort in London bereits bis zu 225.000 Tonnen organische Ausgangsstoffe pro Jahr verarbeiten darf. Die Genehmigung regelt Abfallbehandlung, Luft- und Lärmemissionen sowie Industrieabwässer. Außerdem verlangt sie Kontrollen, Aufzeichnungen, Prüfungen von Ausgangsmaterial und Gärresten, Beschwerdeverfahren und Umweltschutzmaßnahmen. Diese Vorgaben bilden den rechtlichen Rahmen für den erweiterten Betrieb.
Bundesvertreter ordneten das Vorhaben Kanadas Weg zu Netto-Null-Emissionen bis 2050 und einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft zu. Generate-Upcycle-Präsident Bill Caesar erklärte, die öffentlich-private Finanzierung habe den Ausbau ermöglicht. Während der Arbeiten bis 2027 entscheidet sich, ob die Anlage ihre geplanten Mengen an Kraftstoff und Dünger erreicht und zugleich Ontarios Betriebs- und Umweltauflagen erfüllt.
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