Zurück zur Startseite Zahl der Ebola-Toten im Kongo steigt über 2.000 Gesundheit

Zahl der Ebola-Toten im Kongo steigt über 2.000

Veröffentlicht am 12. August 2026 774 Aufrufe

Mindestens 2.011 Menschen sind beim Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo gestorben. Das zeigen Regierungsdaten, die in der Nacht zum Dienstag erschienen und über die Associated Press berichtete. Die Bilanz umfasst 4.381 bestätigte Fälle. Damit erlebt das Land seinen größten Ebola-Ausbruch und weltweit den zweitgrößten seit Beginn der Aufzeichnungen. Behörden und Gesundheitsorganisationen erklären, dass sich das Virus in entlegenen, von Konflikten betroffenen Ostprovinzen schneller ausbreitet als die Gegenmaßnahmen.

Die Regierung erklärte den Ausbruch am 15. Mai, doch Genomsequenzierungen deuten auf eine Zirkulation des Bundibugyo-Virus seit Februar hin. Vom ersten bestätigten Fall an erreichte die Zahl der Todesopfer die Marke von 2.000 laut AP fast dreimal schneller als während der westafrikanischen Epidemie von 2014 bis 2016. Die ersten 1.000 Todesfälle traten innerhalb von etwa neun Wochen auf, die nächsten 1.000 innerhalb von ungefähr drei Wochen.

Die aktuelle Epidemie weist eine gemeldete Sterblichkeitsrate von 45,9 Prozent auf, verglichen mit 39,6 Prozent in Westafrika. Bundibugyo ist ein selteneres Ebola-Virus; speziell dafür zugelassene Impfstoffe oder Medikamente existieren nicht. In der Provinz Ituri, dem Epizentrum, laufen klinische Prüfungen möglicher Impfstoffe und Therapien. Für die routinemäßige Eindämmung stehen diese Produkte jedoch noch nicht bereit.

Gesundheitsteams kämpfen mit Rebellengewalt, schlechten Straßen, unterbrochener Kommunikation und großen Bevölkerungsbewegungen infolge von Bergbau, Handel und Vertreibung. Einige Einsatzkräfte legten wegen ausstehender Löhne die Arbeit nieder. Zugleich entdecken Teams viele neue Infektionen außerhalb der überwachten Kontaktlisten, wie AP unter Berufung auf Bewertungen der WHO berichtet. Späte Meldungen und begrenzter Zugang zu unterstützender Behandlung erschweren eine schnelle Isolierung und können zur hohen Sterblichkeit beitragen.

Die Behörden schränkten öffentliche Versammlungen ein und schlossen den wichtigsten Flughafen Ituris, doch nahe den Grenzen zu Südsudan, Uganda und Ruanda bleiben Menschen unterwegs. Ebola verbreitet sich durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Personen sowie durch kontaminierte Gegenstände. Die WHO stufte den Bundibugyo-Ausbruch im Kongo und in Uganda im Mai als gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite ein und betonte damit das Ausbreitungsrisiko und den Koordinierungsbedarf.

Der Ausbruch ist weiterhin deutlich kleiner als die westafrikanische Epidemie mit mehr als 28.000 Fällen und über 11.000 Todesopfern, beschleunigt sich aber stärker. Behörden müssen nun Einsatzkräfte bezahlen und schützen, Tests und sichere Versorgung ausweiten, Kontakte verfolgen und die Zusammenarbeit mit Gemeinden stärken. Der weitere Verlauf hängt davon ab, ob diese Maßnahmen betroffene Gebiete schneller erreichen als neue Infektionsketten entstehen.

Quellen: Associated Press, World Health Organization, European Centre for Disease Prevention and Control

Kommentare