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EU und Grönland schließen Partnerschaft über 200 Millionen Euro

Veröffentlicht am 8. September 2026 0 Aufrufe

Die Europäische Union, Grönland und Dänemark unterzeichneten in Nuuk eine neue politische Erklärung. Zugleich sagte die EU 200 Millionen Euro für Projekte in Grönland in den Jahren 2026 und 2027 zu. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellte das Global-Gateway-Paket am Montag gemeinsam mit Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen und der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen vor. Die Vereinbarung erweitert die Beziehungen in einer Phase wachsender Spannungen um die Souveränität des arktischen Gebiets.

Nach Angaben der Europäischen Kommission unterstützt das Paket Satelliten- und Kabelverbindungen, Wasserkraft, kritische Rohstoffe, Bildung und Fischerei. Auch Wohnungsbau, nachhaltiger Tourismus und Hilfe für kleine Unternehmen sollen Alltag und wirtschaftliche Widerstandskraft verbessern. Die drei Regierungen erklärten, ihre gemeinsame Erklärung stärke die Koordinierung von Investitionen, den politischen Dialog und den Austausch zwischen den Menschen.

Die Vereinbarung sendet zudem ein geopolitisches Signal. Grönland ist ein selbstverwaltetes Gebiet im Königreich Dänemark, während Dänemark sowohl der EU als auch der NATO angehört. Grönland verließ 1985 die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, seine Einwohner besitzen über Dänemark jedoch die EU-Bürgerschaft. US-Präsident Donald Trump verlangt wiederholt eine Kontrolle Grönlands durch Washington aus Sicherheitsgründen. Die Regierungen in Nuuk und Kopenhagen lehnen dies ab.

Von der Leyen erklärte, allein die Menschen in Grönland und Dänemark entschieden über Grönlands Zukunft. Sie verband diese Haltung mit den internationalen Grundsätzen der Souveränität, territorialen Unversehrtheit und unverletzlichen Grenzen. Nielsen bezeichnete die EU als verlässlichen Partner bei Herausforderungen, die Grönland nicht allein bewältigen könne. Frederiksen bestätigte politischen Druck und begrüßte die Unterstützung europäischer Partner, wie offizielle Mitteilungen und internationale Medien berichteten.

Die Kommission schlug außerdem vor, die Hilfe für Grönland von 225 Millionen Euro im laufenden siebenjährigen EU-Haushalt auf rund 530 Millionen Euro für 2028 bis 2034 zu erhöhen. Reuters berichtete, schmelzendes Eis öffne Schifffahrtswege und erleichtere den Zugang zu Rohstoffen. Dadurch verschärfe sich der Wettbewerb zwischen Europa, den USA, Russland und China. Das Paket verbindet daher Entwicklungspolitik mit dem Ziel einer dauerhaften europäischen Rolle in der Arktis.

Zeitgleich mit der Ankündigung begannen in Grönland die Arctic-Shield-Manöver mit etwa 400 Soldaten aus elf NATO-Staaten, berichtete Associated Press. Die Übungen laufen vom 7. bis 18. September; US-Truppen nehmen nicht teil. Die Kommission will in den kommenden Monaten eine neue EU-Arktisstrategie vorstellen. Gespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland dauern unterdessen an, ohne dass die Beteiligten bislang eine Einigung meldeten.

Quellen: European Commission, Associated Press, Reuters, Le Monde

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