Zurück zur Startseite Philippinische Vizepräsidentin Sara Duterte hinterlegt Kaution in Drohungsfall Politik

Philippinische Vizepräsidentin Sara Duterte hinterlegt Kaution in Drohungsfall

Veröffentlicht am 5. September 2026 0 Aufrufe

Die philippinische Vizepräsidentin Sara Duterte hinterlegte am Samstag, dem 5. September, beim Regionalgericht von Quezon City im Großraum Manila eine Kaution. Eine Richterin hatte am Vortag wegen dreier Anklagepunkte zu schweren Drohungen einen Haftbefehl erlassen. Nach Angaben der Associated Press nahmen Gerichtsbedienstete Dutertes Fingerabdrücke; nach Zahlung von insgesamt 360.000 Pesos, etwa 5.740 Dollar, hob das Gericht den Haftbefehl auf. Duterte weist die Vorwürfe zurück und bleibt während des Strafverfahrens frei.

Die Anklage geht auf Äußerungen Dutertes bei einer Online-Pressekonferenz im Jahr 2024 zurück, als ihr Bündnis mit Präsident Ferdinand Marcos Jr. zerbrach. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, sie habe die Beauftragung eines Attentäters beschrieben, der Marcos, First Lady Liza Araneta Marcos und den damaligen Parlamentspräsidenten Martin Romualdez töten solle, falls sie selbst getötet werde. Duterte erklärte später, sie habe lediglich Sorge um ihre eigene Sicherheit geäußert und den Präsidenten nicht bedroht.

Abteilung 98 des Regionalgerichts von Quezon City setzte für jeden Anklagepunkt 120.000 Pesos Kaution fest. Die Philippine News Agency und Philstar berichteten unter Berufung auf das Justizministerium, das Gericht sehe hinreichenden Tatverdacht für einen Prozess. Zugleich lehnte es Dutertes Antrag ab, den Haftbefehl aufzuschieben oder zurückzunehmen und die Anklageschrift aufzuheben. Ihr Anwalt Paul Lawrence Lim kündigte verfügbare Rechtsmittel an und betonte, Duterte wolle sich dem Gesetz nicht entziehen.

Vor dem Gerichtsgebäude sagte Duterte Reportern, sie fühle sich unsicher, und beschuldigte die Polizei, sie und Menschen an ihrem Wohnsitz zu schikanieren. Die vorliegenden Berichte bestätigten diese Behauptung nicht unabhängig. Sie zeigte den Gerichtsbeschluss zur Aufhebung des Haftbefehls und bat Journalisten, sie bis zu ihrem Fahrzeug zu begleiten. Der Präsidentenpalast teilte am Freitag mit, er respektiere die Gerichtsentscheidung; das Justizministerium bekannte sich zur Rechtsstaatlichkeit.

Das Strafverfahren verschärft den politischen Machtkampf zwischen zwei Familien, die gemeinsam die Wahl 2022 gewonnen hatten. Marcos und Duterte traten als politisches Tandem an, entwickelten sich später jedoch zu Gegnern. Das von Marcos-Verbündeten beherrschte Repräsentantenhaus leitete im Mai ein Amtsenthebungsverfahren gegen Duterte ein. Zu den Vorwürfen gehören der Missbrauch vertraulicher Staatsmittel, ungeklärtes Vermögen und dieselben Drohungen. Im Juli eröffnete der Senat den im Fernsehen übertragenen Prozess, der rechtlich getrennt vom Strafverfahren läuft.

Die Folgen reichen bis zur Präsidentenwahl 2028, wenn Marcos nach seiner sechsjährigen Amtszeit ausscheiden muss. Laut Associated Press kann eine Verurteilung Duterte dauerhaft von öffentlichen Ämtern ausschließen und eine Präsidentschaftskandidatur verhindern; über ihre Schuld hat das Gericht jedoch noch nicht entschieden. Die Kaution beseitigt vorerst die Gefahr einer Inhaftierung aufgrund dieses Haftbefehls. Ihre Verteidigung gegen die drei Anklagepunkte und das parallele Amtsenthebungsverfahren dauern an und prägen ihre politische Zukunft.

Quellen: Associated Press, Reuters, Philippine News Agency, Philstar, Philippine Daily Inquirer

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