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Kosovos Parteien unterstützen Bekim Sejdiu gegen die politische Blockade

Veröffentlicht am 1. September 2026 0 Aufrufe

Die regierende Bewegung Vetëvendosje und die oppositionelle Demokratische Liga des Kosovo einigten sich am Montag, dem 31. August, auf die Unterstützung des Rechtsprofessors und früheren Diplomaten Bekim Sejdiu für das Präsidentenamt. Das berichteten Reuters und das kosovarische Parlament. Die Vereinbarung zwischen den Parteien des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Albin Kurti und Lumir Abdixhiku eröffnet einen möglichen Ausweg aus einer langen institutionellen Blockade, doch die Versammlung mit 120 Sitzen muss Sejdiu noch wählen.

Der 51-jährige Sejdiu lehrt Recht an der Universität Pristina und vertrat Kosovo zuvor als Botschafter in der Türkei sowie als Generalkonsul in New York, berichtete Reuters. Beide Parteichefs stellten ihn nach Verhandlungen über einen Konsenskandidaten auf einer Pressekonferenz vor. Parlamentspräsidentin und amtierende Staatschefin Albulena Haxhiu begrüßte die Einigung als wichtigen Schritt zu vollständig arbeitsfähigen Institutionen und forderte die Abgeordneten auf, das Verfahren verantwortungsvoll abzuschließen.

Das Präsidentenamt steht im Zentrum der politischen Krise Kosovos. Die Parteien fanden im März keinen Nachfolger für Vjosa Osmani, worauf ein weiterer Zyklus aus Verfassungsstreit und einer vorgezogenen Parlamentswahl am 7. Juni folgte. Vetëvendosje belegte bei dieser Abstimmung den ersten Platz, während die LDK eine bedeutende Oppositionskraft blieb. Keines der beiden Lager verfügt jedoch allein über die qualifizierte Mehrheit, die das Verfahren zur Präsidentenwahl verlangt.

Laut Reuters benötigt Kurti nur einige Stimmen von Parteien der Minderheitengemeinschaften, um eine Regierung zu bilden, während die Wahl eines Präsidenten eine breitere Beteiligung und Unterstützung im Parlament erfordert. AP berichtete, dass die Versammlung zehn ihrer 120 Sitze für die serbische Minderheit und weitere zehn für andere Minderheiten reserviert. Der Kompromiss von VV und LDK ist deshalb bedeutsam, weil er die größte Regierungspartei und einen wichtigen Oppositionsblock hinter einem Kandidaten vereint.

Die Vereinbarung macht Sejdiu nicht automatisch zum Staatsoberhaupt; die Abstimmung im Parlament bleibt die nächste entscheidende Prüfung. Andere Parteien und Abgeordnete der Minderheiten können Anwesenheit, Beschlussfähigkeit und Endergebnis beeinflussen. Diese Unterscheidung ist nach mehreren gescheiterten Anläufen und aufeinanderfolgenden Wahlen wichtig, denn Kosovo arbeitete lange mit Übergangslösungen und besaß nur begrenzte Möglichkeiten, wirtschaftliche und administrative Prioritäten anzugehen.

Eine erfolgreiche Abstimmung könnte den politischen Verantwortlichen ermöglichen, stabile Institutionen zu bilden, den Lebensstandard zu verbessern und Kosovos erklärtes Ziel einer engeren Annäherung an Europäische Union und NATO voranzubringen. Auch die Beziehungen zu Serbien, das Kosovos Unabhängigkeitserklärung von 2008 nicht anerkennt, bleiben eine große außenpolitische Herausforderung. Da das Parlament die Wahl noch nicht abgeschlossen hat, zeigt sich die Tragfähigkeit des Kompromisses vom Montag erst, wenn die Abgeordneten zusammentreten und abstimmen.

Quellen: Reuters, Assembly of the Republic of Kosovo, AP News, KOHA.net

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