Zurück zur Startseite US-Gesandter strebt Freilassung Hunderter politischer Gefangener in Belarus an Politik

US-Gesandter strebt Freilassung Hunderter politischer Gefangener in Belarus an

Veröffentlicht am 31. August 2026 0 Aufrufe

Der US-Sondergesandte John Coale plant für September eine Reise nach Belarus, um die Freilassung Hunderter weiterer politischer Gefangener zu erreichen. Reuters berichtete am Montag über seine Aussagen. Coale sagte dem russischsprachigen Dienst von Voice of America, er hoffe bis Mitte September auf die Freilassung von bis zu 300 Inhaftierten. Eine endgültige Vereinbarung oder Namensliste liegt bislang nicht öffentlich vor.

Der geplante Besuch markiert eine weitere Phase direkter Verhandlungen zwischen Washington und der Regierung von Präsident Alexander Lukaschenko. Coale erklärte, seine Diplomatie habe bereits bis zu 800 Menschen die Freiheit gebracht, während die Vereinigten Staaten ausgewählte Sanktionen gegen Minsk lockerten. Diese Zahl beschreibt mehrere Schritte im Laufe der Verhandlungen und keine einzelne Aktion.

Die größte jüngere Gruppe kam im März frei: Nach einem Treffen mit einer von Coale geführten US-Delegation ordnete Lukaschenko die Freilassung von 250 politischen Gefangenen an. Associated Press berichtete damals, Washington habe Sanktionen gegen zwei belarussische Staatsbanken, das Finanzministerium und wichtige Kaliproduzenten aufgehoben. Nach Angaben des belarussischen Mediums Pozirk blieben 235 Freigelassene im Land, 15 gelangten nach Litauen.

Die neue Initiative bleibt ungewiss. Coale rechnet in einigen Wochen mit seiner Rückkehr und will eine Abmachung abschließen. Weder das belarussische Präsidialamt noch das US-Außenministerium bestätigten jedoch öffentlich die Zahl, Namen oder genauen Bedingungen. Ein ähnlicher Versuch verzögerte sich zu Beginn des Sommers, wie die im Exil lebende Oppositionsführerin Sviatlana Tsikhanouskaya mitteilte.

Politische Festnahmen prägen Belarus, seit die Behörden die Massenproteste nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2020 niederschlugen. Lukaschenko regiert seit 1994 und steht Russland eng zur Seite. Er verbindet Begnadigungen mit Gesprächen über bessere Beziehungen zum Westen. Menschenrechtsgruppen bezeichnen politische Haft und harte Haftbedingungen weiterhin als zentrale Probleme.

Eine Freilassung im September brächte den Gefangenen und ihren Familien unmittelbare Erleichterung und testete zugleich die begrenzte Annäherung zwischen den USA und Belarus. Als nächste entscheidende Schritte gelten Coales geplante Reise, eine Bestätigung aus Minsk und die Veröffentlichung der Namen. Bis dahin bleibt die Freilassung ein diplomatisches Ziel und kein überprüftes Ergebnis.

Quellen: Reuters, Voice of America, Associated Press, Pozirk

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