Zurück zur Startseite Europa erlebt die schwerste Juni-Hitzewelle aller Zeiten mit über 327 Toten und Rekordtemperaturen Umwelt

Europa erlebt die schwerste Juni-Hitzewelle aller Zeiten mit über 327 Toten und Rekordtemperaturen

Veröffentlicht am 29. Juni 2026 623 Aufrufe

Europa durchlebt derzeit die schwerste Hitzewelle, die jemals für den Monat Juni verzeichnet worden ist, mit mindestens 327 hitzebedingten Todesfällen seit Sonntag, dem 21. Juni. Die extremen Temperaturen haben Rekorde in acht Ländern gebrochen, darunter Belgien, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, die Niederlande, Spanien und das Vereinigte Königreich. Forscher erklären, dass dieses Ereignis vor einem halben Jahrhundert praktisch unmöglich gewesen wäre, und führen seine Intensität direkt auf den menschengemachten Klimawandel zurück.

Besonders verheerend ist die Krise in Frankreich, wo mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen sind, darunter zwei Kinder und drei ältere Personen. Teile Südfrankreichs überschritten die 40-Grad-Celsius-Marke, wobei die Gemeinde Pissos im Südwesten an einem der Spitzentage erstickende 42,2 Grad Celsius erreichte. Wien soll am Wochenende 39 Grad Celsius erreichen, was verdeutlicht, dass die Hitzeglocke auch Mitteleuropa weiterhin fest im Griff hat.

Die erste außergewöhnliche Hitzewelle begann tatsächlich bereits am 24. Mai, als die Temperaturen über weite Teile des Kontinents 10 bis 15 Grad Celsius über den saisonalen Normalwerten lagen. Dieser erste Anstieg bereitete den Boden für das unerbittliche Muster, das nun bis Ende Juni andauert und Millionen von Menschen in Frankreich, Italien, Spanien, dem Vereinigten Königreich und darüber hinaus betrifft. Die Behörden der betroffenen Länder haben Gesundheitswarnungen herausgegeben, Kühlzentren eröffnet und gefährdete Bevölkerungsgruppen aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben.

Die extreme Hitze hat Störungen weit über die gesundheitlichen Auswirkungen hinaus verursacht. Am 25. Juni entgleiste ein 600 Meter langer Güterzug in der Nähe von Bollebygd in Schweden, nachdem hitzebedingte Gleisverformungen die Schienen zum Brechen gebracht hatten. Transportbehörden in ganz Europa haben Geschwindigkeitsbeschränkungen für Schienennetze verhängt, und die Stromnetze stehen unter enormem Druck, da die Nachfrage nach Klimaanlagen auf ein noch nie dagewesenes Niveau steigt.

Klimaforscher haben unmissverständlich festgestellt, dass diese Hitzewelle im Juni ohne den Einfluss des Klimawandels nicht möglich gewesen wäre. Die Weltorganisation für Meteorologie hat die Besorgnis noch verstärkt und prognostiziert eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich bis August ein El-Niño-Phänomen entwickelt. Sollte sich das bewahrheiten, steigen die Chancen erheblich, dass 2027 ein weiteres globales Rekordjahr bei den Temperaturen wird.

Bei der Londoner Klimawoche hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen Unternehmen im Bereich der künstlichen Intelligenz aufgefordert, die Umweltauswirkungen ihrer rasch expandierenden Rechenzentren offenzulegen und den Energieverbrauch des Technologiesektors mit der umfassenderen Klimakrise in Verbindung gebracht. Experten warnen davor, dass die Häufigkeit und Intensität solcher extremen Hitzeereignisse in den kommenden Jahrzehnten nur zunehmen werden, wenn die weltweiten Treibhausgasemissionen nicht drastisch gesenkt werden.

Quellen: Al Jazeera, Time, World Meteorological Organization, UN News

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