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Ölteppich vor Oman erreicht Festland und bedroht Meeresschutzgebiete

Veröffentlicht am 13. August 2026 797 Aufrufe

Öl aus dem auf Grund gelaufenen Tanker Caroline Bezengi hat Strände auf dem omanischen Festland erreicht, bestätigte die Umweltbehörde am Mittwoch, dem 12. August. Die Behörde stellte die Verschmutzung in Ras Madrakah fest, rund 200 Kilometer nördlich der Schiffsposition nahe der Insel Qabiliyah. Sie warnte zugleich, Strömungen könnten das Öl innerhalb weniger Stunden in Richtung Masirah tragen.

Der 247 Meter lange Tanker meldete im Juni eine Explosion und lief später nahe einer ökologisch empfindlichen Insel vor Omans Südostküste auf Grund. Associated Press bezifferte die Ladung auf fast eine Million Barrel Rohöl, Reuters auf etwa 800.000 Barrel. Niemand bekannte sich zu der Explosion, und die Behörden nannten bislang keine Ursache.

Die Satellitenschätzungen unterscheiden sich, weil Fachleute die Aufnahmen zu verschiedenen Zeitpunkten und mit unterschiedlichen Methoden auswerteten. Associated Press verwies auf jüngste Bilder mit mehr als 600 Quadratkilometern Verschmutzung. Reuters berichtete, der Ölpest-Experte John Amos habe anhand von Satellitendaten mehr als 2.000 Quadratkilometer ermittelt; omanische Stellen hatten zuvor eine kleinere Fläche angegeben.

Nach Angaben der Umweltbehörde droht die Verschmutzung etwa 40 Kilometer Küste bei Ras Madrakah zu erfassen; als Nächstes könnte der Süden Masirahs betroffen sein. Starke Winde und Monsunströmungen beschleunigen die Ausbreitung nach Nordosten. Das Wrack liegt nahe einem Meeresschutzgebiet mit Buckelwalen des Arabischen Meeres, Sokotrakormoranen und weiteren Arten, weshalb Nahrungs- und Fortpflanzungsräume gefährdet sind.

Die Caroline Bezengi verließ laut den von den Agenturen zitierten Ortungsdaten den russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk mit Ziel Indien. Großbritannien und die Europäische Union verhängten wegen des Transports russischen Öls Sanktionen gegen den Tanker. Berichte aus der Schifffahrt ordnen ihn jener Flotte zu, die sanktionierte Ladungen befördert. Die Eigentümer sitzen mutmaßlich in Shanghai.

Omans Umweltbehörde erklärte, sie überwache das Leck und die Verschmutzung an der Küste. Das Öl an den Stränden erhöht den Zeitdruck für Eindämmung auf See, Schutz empfindlicher Inseln und Küstenreinigung. Bis Mittwoch lag jedoch keine vollständige Schätzung der ausgelaufenen Menge vor. Weitere Luft- und Satellitenerkundungen sollen zeigen, wie weit der Teppich zieht und welche Lebensräume zuerst Schutz benötigen.

Quellen: Associated Press, Reuters, Oman Environment Authority

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