Zurück zur Startseite Europas Hitzewelle versetzt alle überwachten Städte Italiens in Alarmstufe Rot Umwelt

Europas Hitzewelle versetzt alle überwachten Städte Italiens in Alarmstufe Rot

Veröffentlicht am 7. August 2026 765 Aufrufe

Italien setzte am Donnerstag, dem 6. August, alle 27 Städte seines nationalen Hitzewarnsystems auf die höchste rote Alarmstufe, während die Temperaturen in Teilen Europas über 40 Grad Celsius stiegen. Die Associated Press berichtete, dass dieselbe Hitzewelle in Österreich einen Landesrekord aufstellte, Dürre und Brände verschärfte sowie Energieversorgung und Verkehr von Mitteleuropa bis zum Mittelmeer beeinträchtigte.

Nach Angaben des italienischen Gesundheitsministeriums überwacht das System Städte von Triest im Nordosten bis Palermo auf Sizilien und erkennt gesundheitsgefährdende Wetterlagen. Ein roter Alarm signalisiert ein Risiko für die gesamte Bevölkerung, nicht nur für ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke. Die Behörden rieten dazu, die direkte Sonne in den heißesten Stunden zu meiden, möglichst drinnen zu bleiben und regelmäßig Wasser zu trinken.

Die Tourismusbehörden verlängerten die abendlichen Öffnungszeiten römischer Sehenswürdigkeiten wie Kolosseum und Pantheon. Am Kolosseum kamen Sprühnebelventilatoren und zusätzliche medizinische Stationen hinzu. Die Maßnahmen zeigen die Belastung dicht bebauter Städte, in denen Steinflächen und viele Sommergäste die Hitzeexposition verstärken, während zugleich der Bedarf an Kühlung und medizinischer Hilfe steigt.

GeoSphere Austria maß am Mittwoch in Bad Deutsch-Altenburg nahe der slowakischen Grenze 41,2 Grad Celsius, den höchsten jemals in Österreich erfassten Wert. Der Wetterdienst meldete außerdem, dass die Niederschläge von Januar bis Juni landesweit 27 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt lagen; einige östliche Regionen erhielten nur die Hälfte der üblichen Regenmenge. Klimatologe Alexander Orlik erklärte, einzelne Gebiete hätten eine vergleichbare Trockenheit zuletzt 1885 erlebt.

Die Dürre senkte auch den Wasserstand der Donau. In Ungarn drosselten Betreiber das einzige Kernkraftwerk des Landes auf rund zehn Prozent der normalen Produktion, weil die Anlage Flusswasser zur Kühlung benötigt, berichtete AP. Behörden baten Haushalte und große Industriebetriebe, während der abendlichen Spitzenzeit Strom zu sparen, beschränkten dann Güterzüge und schalteten dekorative Beleuchtung in Budapest aus. Deutschland warnte vor Problemen für Schifffahrt, Industrie und Logistik durch schrumpfende Flüsse.

Europa erwärmt sich seit den 1980er-Jahren mehr als doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, wie der Copernicus-Klimadienst der Europäischen Union feststellt. Forschende erklären, dass menschengemachte Erwärmung lange Hitzeperioden und begleitende Dürren häufiger und intensiver macht. Die neuen Warnungen verlangen akuten Gesundheitsschutz sowie Anpassungen von Stromnetzen, Wasserwegen, Verkehrsnetzen und touristischen Orten an immer härtere Sommerbedingungen.

Quellen: Associated Press, Italian Ministry of Health, GeoSphere Austria

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