Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte am 26. August Daraxonrasib unter dem Markennamen Rasonque für Erwachsene mit metastasiertem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse. Es ist die erste zugelassene Therapie, die breit gegen RAS-Proteine gerichtet ist, welche die meisten Fälle antreiben. Die einmal täglich einzunehmende Tablette ist für Patienten nach mindestens einer systemischen Vorbehandlung oder ohne Eignung für eine Kombinationstherapie bestimmt.
Die Entscheidung stützt sich auf RASolute 302, eine randomisierte offene Studie mit 500 Erwachsenen, deren metastasierter Krebs nach einer früheren Behandlung fortschritt. Laut FDA erreichte das mediane Gesamtüberleben mit Daraxonrasib 13,2 Monate, gegenüber 6,7 Monaten mit einer ärztlich ausgewählten Standardchemotherapie. Das progressionsfreie Überleben lag bei 7,2 gegenüber 3,6 Monaten; Tumoren sprachen bei 30% gegenüber 11% der Patienten an.
Daraxonrasib wirkt als molekularer Klebstoff und blockiert gemeinsam mit dem Protein Cyclophilin A aktive RAS-Signale. Das Dana-Farber Cancer Institute erklärte, dass mehr als 90% der Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankungen krebsfördernde KRAS-Mutationen aus der RAS-Familie tragen. Forscher hielten diese Proteine lange für besonders schwer angreifbar. Die Zulassung eröffnet deshalb einen neuen Ansatz für eine Erkrankung mit bislang wenigen wirksamen Möglichkeiten.
Das Ergebnis bedeutet keine Heilung. Von Associated Press befragte Krebsspezialisten bezeichnen das Mittel als deutliche Verbesserung bei einem Tumor, den Ärzte häufig erst nach seiner Ausbreitung erkennen. Die American Cancer Society erwartet in diesem Jahr rund 67.000 Diagnosen und mehr als 52.000 Todesfälle in den USA; die allgemeine Fünfjahresüberlebensrate liegt bei etwa 13%. Das Unternehmen nennt einen monatlichen Listenpreis von ungefähr 39.800 Dollar vor Versicherungsleistungen oder Rabatten.
Die Behandlung birgt weiterhin erhebliche Risiken. FDA-Warnhinweise betreffen Haut- und Weichteilschäden, Entzündungen im Mund, Durchfall, Magen-Darm-Perforationen, interstitielle Lungenerkrankungen oder Pneumonitis sowie Schäden am ungeborenen Kind. Schwere unerwünschte Ereignisse trafen 62% unter Daraxonrasib und 70% unter Chemotherapie; ein Patient starb an behandlungsbedingter Pneumonitis. Ausschlag, Durchfall und Stomatitis traten besonders häufig auf.
Die FDA schloss die Zulassung etwa sechseinhalb Monate vor dem Zieltermin ab und nutzte priorisierte Prüfung sowie Einstufungen als Durchbruch- und Orphan-Therapie. Health Canada arbeitete über Project Orbis mit, europäische und japanische Behörden beobachteten die Prüfung und bewerten möglicherweise noch eigene Anträge. Studien untersuchen den RAS-Ansatz auch bei anderen Krebsarten, doch Zugang, Preis, langfristige Sicherheit und Ergebnisse außerhalb der Studie entscheiden über die tatsächliche Wirkung.
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