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Indien erklärt Nipah-Virus-Ausbruch für eingedämmt während asiatische Länder Gesundheitskontrollen verstärken

Veröffentlicht am 30. Januar 2026 422 Aufrufe

Die indischen Behörden haben erklärt, dass ein Nipah-Virus-Ausbruch eingedämmt ist, nachdem sie zwei Fälle im östlichen Bundesstaat Westbengalen bestätigt haben. Diese Region grenzt an Bangladesch, Bhutan und Nepal. Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere asiatische Länder verstärkte Gesundheitskontrollen an internationalen Flughäfen eingeführt haben, um auf das tödliche Virus zu reagieren, für das es keine zugelassene Behandlung oder Impfung gibt.

Nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums handelt es sich bei den beiden bestätigten Fällen um Beschäftigte im Gesundheitswesen: eine 25-jährige Frau und einen 25-jährigen Mann, beide Krankenpfleger, die derzeit auf Intensivstationen behandelt werden. Die Weltgesundheitsorganisation hat diese Angaben bestätigt, während die internationale Gesundheitsgemeinschaft die Lage genau beobachtet. Das Ministerium teilte mit, dass 196 Kontaktpersonen ermittelt und alle negativ auf das Virus getestet sind.

Das Gesundheitsministerium betonte, dass die Situation unter ständiger Überwachung steht und alle notwendigen Maßnahmen der öffentlichen Gesundheit getroffen sind. Die Behörden führen umfangreiche Kontaktverfolgungen und Überwachungsaktivitäten in den betroffenen Gebieten durch, um eine mögliche Ausbreitung des Virus über die aktuellen Fälle hinaus zu verhindern.

Als Reaktion auf den Ausbruch haben mehrere asiatische Nationen ihre Gesundheitsprotokolle an den Grenzen verschärft. Das thailändische Gesundheitsministerium hat spezielle Parkplätze für Flugzeuge aus von Nipah betroffenen Ländern zugewiesen und verlangt von Passagieren, Gesundheitserklärungsformulare vor der Einreise auszufüllen. Das malaysische Gesundheitsministerium kündigte die Einführung von Gesundheitskontrollen an allen internationalen Einreisepunkten an. Indonesien und Nepal haben ebenfalls verstärkte Kontrollmaßnahmen an ihren Flughäfen eingeführt.

Das Nipah-Virus zählt zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt mit einer geschätzten Sterblichkeitsrate zwischen 40 und 75 Prozent der infizierten Personen. Überlebende können dauerhafte neurologische Schwierigkeiten erfahren, darunter anhaltende Krampfanfälle und Persönlichkeitsveränderungen. Das Virus überträgt sich von Tieren auf Menschen, hauptsächlich durch Flughunde, die das natürliche Reservoir darstellen.

Der erste bekannte Ausbruch des Nipah-Virus ereignete sich 1998, als Schweinezüchter und Metzger in Malaysia und Singapur sich bei infizierten Schweinen ansteckten. Mindestens 250 Menschen infizierten sich während dieses Ausbruchs, mehr als 100 Todesfälle gab es zu verzeichnen. Seit 1999 sind aus Malaysia oder Singapur keine neuen Ausbrüche gemeldet.

Trotz der Schwere des Virus weisen Experten darauf hin, dass das Risiko einer weit verbreiteten Pandemie gering bleibt. Mehrere Impfstoffkandidaten befinden sich derzeit in der Entwicklung. Wissenschaftler der Universität Oxford haben im Dezember 2025 in Bangladesch mit Phase-2-Tests eines Impfstoffs begonnen und nutzen dabei dieselbe Technologieplattform wie bei ihrem erfolgreichen COVID-19-Impfstoff.

Quellen: Al Jazeera, NBC News, ABC News, Euronews, World Health Organization

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