Japan hat das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa, das größte der Welt, wieder in Betrieb genommen, da das Land seine Abhängigkeit von Ölimporten verringern will, die durch den anhaltenden Konflikt um Iran und die Straße von Hormuz gestört sind. Die Entscheidung hat jedoch die Aufmerksamkeit auf ein Problem gelenkt, das japanische Behörden seit Jahrzehnten nicht lösen: Dem Land geht rapide der Platz zur Lagerung seiner wachsenden Bestände hochradioaktiver abgebrannter Brennelemente aus, und ein glaubwürdiger Plan zur dauerhaften Entsorgung existiert nicht.
Bis Dezember 2025 lagerten Japans 17 betriebsbereite Kernkraftwerke zusammen mehr als 17.000 Tonnen abgebrannter Brennelemente und nutzten damit etwa 80 Prozent ihrer gesamten Abklingbeckenkapazität. Kashiwazaki-Kariwa gehört zu drei Anlagen, deren Abklingbecken bei der derzeitigen Verbrauchs- und Lagerungsrate voraussichtlich innerhalb von nur fünf Jahren ihre volle Kapazität erreichen. Sobald diese Becken voll sind, müssten die Reaktoren unabhängig vom Energiebedarf abgeschaltet werden — ein Umstand, den Experten für Nuklearpolitik als tickende Zeitbombe für die gesamte Branche bezeichnen.
Japan hat lange darauf bestanden, dass seine Strategie zur Bewältigung abgebrannter Brennelemente auf Recycling und Wiederaufbereitung basiert — der Extraktion von nutzbarem Plutonium und Uran aus abgebrannten Brennstäben zur Wiederverwendung in Kernreaktoren. Diese Strategie ist jedoch wiederholt und grundlegend gescheitert. Der Prototyp-Schnellbrüterreaktor Monju, der eigens für die Verbrennung von wiederaufbereitetem Plutoniumbrennstoff konzipiert war, erlitt 1995 ein katastrophales Natriumleck und ging nie wieder in Betrieb, bevor er schließlich dauerhaft stillgelegt worden ist. Ohne diese Schlüsselkomponente kann der Wiederaufbereitungskreislauf nicht wie vorgesehen funktionieren, und die Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho hat Jahrzehnte voller Verzögerungen und Kostenüberschreitungen erlebt.
Das Scheitern der Wiederaufbereitungsstrategie hat Japan eines der weltweit größten zivilen Lager an abgetrenntem Plutonium hinterlassen — genug, laut Analysten für nukleare Sicherheit, um Tausende von Atombomben zu bestücken. Dieses Lager hat internationale Besorgnis ausgelöst, insbesondere bei den Nachbarn in Ostasien, und diplomatische Gespräche über die nukleare Nichtverbreitung erschwert. Trotz dieser Bedenken hält die japanische Regierung an der Wiederaufbereitung als offizieller Politik fest, obwohl die praktischen Hindernisse für deren Umsetzung von Jahr zu Jahr gravierender geworden sind.
Angesichts der bevorstehenden Sättigung bestehender Lagereinrichtungen hat die Regierung begonnen, die Möglichkeit zu prüfen, Minamitorishima — eine abgelegene Pazifikinsel südlich von Tokio — als potenziellen Lagerort für abgebrannte Brennelemente zu nutzen. Umweltgruppen und lokale Fischereigemeinschaften haben jedoch starken Widerstand geäußert und auf die ökologische Empfindlichkeit der umgebenden Meeresumwelt sowie die Risiken des Transports hochradioaktiver Materialien über offenes Meer verwiesen. Der Vorschlag befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium ohne formelle Genehmigung oder Zeitplan.
Die Herausforderung der dauerhaften Entsorgung reicht weit über die Suche nach einem Lagerort hinaus. Experten schätzen, dass die Auswahl eines endgültigen Entsorgungsstandorts, der Bau der erforderlichen tiefen unterirdischen Anlagen und der Abschluss des behördlichen Genehmigungsverfahrens mehr als 100 Jahre von Anfang bis Ende erfordern. Nach Inbetriebnahme müsste eine solche Anlage Zehntausende von Jahren überwacht werden, um sicherzustellen, dass die vergrabenen radioaktiven Abfälle nicht das Grundwasser kontaminieren — ein Zeitrahmen, der die gesamte dokumentierte Geschichte der menschlichen Zivilisation übersteigt.
Die Entscheidung, Kernenergie inmitten der durch den Iran-Krieg ausgelösten Ölkrise und anhaltender Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormuz wieder hochzufahren, spiegelt die schwierigen Energieabwägungen wider, vor denen Japan als Land praktisch ohne eigene fossile Brennstoffressourcen steht. Anti-Atom-Aktivisten bezeichnen die Situation als unhaltbar und fordern von der Regierung verstärkte Investitionen in erneuerbare Energiequellen, anstatt eine Atomflotte auszubauen, deren Abfallproblem grundlegend ungelöst bleibt.
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