Eine kalifornische Jury hat am Montag Elon Musks Klage gegen OpenAI und dessen Chef Sam Altman nach nur rund 90 Minuten Beratung abgewiesen und befunden, dass der Tech-Milliardär zu lange mit der Einreichung seiner Ansprüche gewartet habe. Die Geschworenen in Oakland stellten fest, dass Musks Fall aufgrund der Verjährungsfrist unzulässig sei, was einen entscheidenden Schlag gegen den Rechtsstreit darstellt, der den geplanten Börsengang von OpenAI zu gefährden drohte.
Musk, der OpenAI 2015 mitgegründet und rund 38 Millionen Dollar an Anfangsfinanzierung bereitgestellt hatte, hatte Altman, Firmenpräsident Greg Brockman und OpenAI im Februar 2024 verklagt. Die Klage behauptete, die Beklagten hätten eine gemeinnützige Organisation gestohlen und sich ungerechtfertigt bereichert, als sie die Organisation umstrukturierten und um einen gewinnorientierten Zweig ergänzten, was die ursprüngliche gemeinnützige Mission der Entwicklung künstlicher Intelligenz zum Wohl der Menschheit grundlegend verraten habe.
Das Verteidigungsteam von OpenAI argumentierte erfolgreich, dass sich die Kernmission des Unternehmens nicht geändert habe und es weiterhin von einem gemeinnützigen Stiftungsvorstand geleitet werde. Die Verteidigung machte zudem geltend, Musk habe bereits 2021 von der Unternehmensumstrukturierung und dem in der Klage beschriebenen Verhalten gewusst, die Klage jedoch erst eingereicht, nachdem er 2023 sein eigenes konkurrierendes KI-Unternehmen xAI gegründet hatte. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers erklärte nach dem Urteil, sie stimme der Feststellung der Jury zur Verjährungsfrage zu.
Das Urteil beseitigt eine erhebliche rechtliche Unsicherheit, die über OpenAI in einer entscheidenden Phase hing. Der Hersteller von ChatGPT bereitet einen Börsengang vor, bei dem Analysten eine Bewertung von über 300 Milliarden Dollar erwarten. Die rechtliche Unsicherheit rund um die Musk-Klage galt bei Investoren als potenzieller Risikofaktor, der den Zeitplan und die Bewertungsgespräche hätte erschweren können.
Musks Hauptanwalt Marc Toberoff kündigte an, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen. Rechtsexperten merkten jedoch an, dass Berufungsgerichte Jury-Feststellungen zu Tatsachenfragen nur selten aufheben. Das Ergebnis stellt einen bedeutenden Sieg für Altman und OpenAI dar, während sie ihre ehrgeizigen Pläne zur Erweiterung der KI-Fähigkeiten und den Übergang zu einer börsennotierten Unternehmensstruktur vorantreiben.
Kommentare