Eli Lilly erklärte am 28. Oktober, dass das experimentelle Retatrutid in einer Phase-3-Studie bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes Blutzucker und Gewicht stärker senkte als Ozempic. Der Konzern aus Indianapolis veröffentlichte vorläufige Ergebnisse von TRANSCEND-T2D-2; Retatrutid ist weiterhin in der Erprobung.
Die Studie verglich laut Lilly Retatrutid in Dosen von 9 mg und 12 mg mit Ozempic 2 mg, dessen höchster zugelassener Dosis. Reuters zufolge aktiviert das wöchentlich verabreichte Prüfpräparat drei Hormonrezeptoren: GLP-1, GIP und Glukagon. Der Vergleich liefert Erkenntnisse gegenüber einer bestehenden Therapie.
Nach 80 Wochen sank der A1C-Wert in beiden Retatrutid-Gruppen im Mittel um 2,2 Prozentpunkte, gegenüber 1,8 bei Ozempic. Der durchschnittliche Gewichtsverlust betrug laut Lilly bei den jeweiligen Dosen 19,5% und 20,9%, gegenüber 9,4% bei Ozempic. A1C erfasst den Blutzucker über einen längeren Zeitraum.
Für diese Zahlen gilt eine wichtige Einschränkung. Laut STAT berücksichtigt die Analyse die Teilnehmer, die die Behandlung fortsetzten, statt sämtlicher Teilnehmer. Sie beschreibt deshalb nicht das mittlere Ergebnis für jeden, der eine Therapie beginnt. Die Angaben stammen vom Unternehmen; die ausführliche Veröffentlichung steht noch aus.
Auch die Verträglichkeit zählt. Laut Lilly führten unerwünschte Ereignisse bei 4,8% der Patienten mit 9 mg und 7,9% mit 12 mg zum Therapieabbruch, gegenüber 2,7% mit Ozempic. Häufig waren Durchfall, Übelkeit, Verstopfung und Erbrechen; meist verliefen sie leicht oder mäßig. Die größere Wirksamkeit geht somit mit höheren Abbruchraten einher.
Lilly plant, ausführliche Ergebnisse auf einer medizinischen Tagung vorzustellen und in einer begutachteten Fachzeitschrift zu veröffentlichen. Sie sollen die Bewertung von Nutzen und Verträglichkeit unterstützen. Die Mitteilung bedeutet weder eine behördliche Zulassung noch die Verfügbarkeit von Retatrutid für die reguläre Behandlung.
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