Marvell Technology vereinbarte am 2. November die Übernahme von Lumentum durch einen Aktientausch mit einem Unternehmenswert von 115 Milliarden Dollar einschließlich Schulden. Die kalifornischen Firmen erklärten, der Zusammenschluss solle Halbleiter und optische Technologien für den steigenden Vernetzungsbedarf der Infrastruktur für künstliche Intelligenz vereinen.
Laut den Unternehmen fördern höhere Bandbreitenanforderungen und die Grenzen von Kupferverbindungen den Übergang zu optischen Verbindungen. Marvell liefert kundenspezifische Chips und Netzwerktechnik, Lumentum Laser und optische Bauteile. Die engere Integration dieser Fähigkeiten soll Leistung und Energieeffizienz von KI-Systemen verbessern.
Lumentum-Aktionäre sollen je Aktie 4,5 Marvell-Aktien erhalten und etwa 33 Prozent des gemeinsamen Unternehmens besitzen. Die Mitteilung bewertete eine Lumentum-Aktie mit rund 1.132 Dollar, einem Aufschlag von 23,9 Prozent auf die unbeeinflussten Schlusskurse vom 28. Oktober. Reuters bezifferte den Eigenkapitalwert auf 102,54 Milliarden Dollar, getrennt vom höheren Betrag einschließlich Schulden.
Reuters zufolge stärkt die Übernahme Marvells Wettbewerb mit Broadcom bei Hardware für KI-Rechenzentren. Nvidia investierte dieses Jahr jeweils 2 Milliarden Dollar in beide Firmen. Laut der Agentur kommt die Vereinbarung zu einer Zeit, in der Anleger die Tragfähigkeit hoher KI-Infrastrukturausgaben angesichts schwächerer Margen und belasteter Zahlungsströme hinterfragen.
Beide Verwaltungsräte stimmten der Vereinbarung nach Unternehmensangaben einstimmig zu. Matt Murphy soll Verwaltungsratsvorsitzender und Vorstandschef von Marvell bleiben. Drei Lumentum-Verwaltungsräte, darunter Firmenchef Michael Hurlston, sollen Marvells Gremium beitreten. Damit kämen Chipentwicklung und Fachwissen zur optischen Fertigung unter eine gemeinsame Führung.
Der Abschluss ist für das erste Halbjahr 2028 vorgesehen, abhängig von Aktionärsabstimmungen, behördlichen Genehmigungen und weiteren Bedingungen. Bis dahin bleibt der Zusammenschluss ein Vorhaben. Die Mitteilung warnt, dass Schwierigkeiten bei der Integration und Änderungen der Kundenausgaben die erwarteten Vorteile beeinträchtigen könnten.
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