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PBS News Weekend nach Kürzung von 1,1 Milliarden Dollar Bundesfinanzierung eingestellt

Veröffentlicht am 13. Januar 2026 88 Aufrufe

PBS News Weekend, das Begleitprogramm zur werktäglichen NewsHour, strahlte am Sonntag, dem 11. Januar 2026, seine letzte Folge aus, nachdem der republikanisch kontrollierte Kongress auf Wunsch von Präsident Donald Trump 1,1 Milliarden Dollar an Bundesfinanzierung für den öffentlichen Rundfunk gestrichen hatte. Moderator John Yang kündigte an, dass das Wochenend-Nachrichtenprogramm zumindest für die absehbare Zukunft eingestellt werde, was das Ende einer Sendung markiert, die amerikanische Zuschauer seit 2013 informiert hatte.

Die Einstellung stellt eines der bedeutendsten Opfer der Kampagne der Trump-Administration gegen den öffentlichen Rundfunk dar, dem der Präsident wiederholt liberale Voreingenommenheit vorgeworfen hat. Die im Juli 2025 verabschiedete Finanzierungskürzung hat PBS gezwungen, dramatische Reduzierungen bei Programm und Personalbestand vorzunehmen. Letzte Woche kündigte die Corporation for Public Broadcasting an, dass ihr Vorstand für die Auflösung der Organisation nach 58 Jahren Betrieb gestimmt hat, wobei die Ausgabenkürzungen als Hauptfaktor für die Entscheidung genannt wurden.

PBS wird die Wochenend-Nachrichtensendungen durch zwei neue Einzelthemen-Programme ersetzen, die zur Senkung der Produktionskosten konzipiert sind. Ab Samstag wird der Sender Horizons ausstrahlen, eine wöchentliche Sendung über Wissenschafts- und Technologiethemen, moderiert von William Brangham. Ein neues Programm namens Compass Points wird sonntags außenpolitische Themen behandeln. Beide Sendungen werden 30-minütige Aufzeichnungen sein, die unter der Woche im Voraus produziert werden, wodurch PBS Wochenendpersonal abbauen und Geld sparen kann.

Die Finanzierungskürzungen haben PBS gezwungen, sein Büro in Arizona zu schließen, das es der NewsHour ermöglicht hatte, ihre Sendungen für Zuschauer an der Westküste zu aktualisieren. PBS News-Chefproduzentin Sara Just warnte davor, diese Änderungen als Hinweis darauf zu interpretieren, dass das werktägliche NewsHour-Programm in Gefahr sei, und erklärte, sie sehe dieses Programm in naher Zukunft nicht gefährdet. Medienanalysten warnen jedoch, dass anhaltender finanzieller Druck weitere Kürzungen im öffentlichen Rundfunk erzwingen könnte.

Kritiker der Finanzierungskürzungen argumentieren, dass der öffentliche Rundfunk wichtige Nachrichtenberichterstattung für Gemeinden bietet, die kommerzielle Medien oft übersehen, insbesondere in ländlichen Gebieten, wo lokale Nachrichtenoptionen begrenzt sind. Befürworter der Kürzungen behaupten, dass Steuergelder keine Medienorganisationen subventionieren sollten und dass PBS und NPR wie andere Sender ohne staatliche Unterstützung auf dem Markt konkurrieren sollten.

Das Ende von PBS News Weekend hat scharfe Kritik von Journalismus-Verfechtern und demokratischen Gesetzgebern hervorgerufen, die der Administration vorwerfen, unabhängige Medienstimmen zum Schweigen bringen zu wollen. Pressefreiheitsorganisationen warnten, dass die Defundierung des öffentlichen Rundfunks einen gefährlichen Präzedenzfall für staatliche Einmischung in den Journalismus schaffe und die Vielfalt der für amerikanische Bürger verfügbaren Nachrichtenquellen untergraben könnte.

PBS-Vertreter betonten, dass sie trotz der finanziellen Herausforderungen weiterhin qualitativ hochwertigem Journalismus verpflichtet bleiben. Der Sender erkundet alternative Finanzierungsquellen, darunter verstärkte Unternehmenssponsoring und Zuschauerspenden, um den Verlust der Bundesunterstützung auszugleichen. Medienexperten weisen darauf hin, dass die Zukunft des öffentlichen Rundfunks in Amerika nun weitgehend davon abhängt, ob private Finanzierung die erheblichen staatlichen Investitionen ersetzen kann, die diese Institutionen seit Jahrzehnten getragen haben.

Quellen: ABC News, NBC News, The Washington Post, The Boston Globe, Fox News, Mercury News, PBS

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