Das US-Verteidigungsministerium gab am Freitag bekannt, dass es alle militärischen Ausbildungsverbindungen zur Harvard-Universität kappt und damit Ausbildungsprogramme auf Graduiertenebene, Stipendien und Zertifikatsprogramme an der Ivy-League-Institution beendet. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte, Harvard erfülle nicht mehr die Anforderungen dessen, was er als das Kriegsministerium bezeichnete, und fügte hinzu, die Universität sei zu progressiv, während das Militär dies nicht sei. Der Schritt markiert eine dramatische Eskalation in der anhaltenden Konfrontation zwischen der Trump-Regierung und der ältesten Universität des Landes.
Das Pentagon teilte mit, dass ab dem Studienjahr 2026-2027 alle militärischen Berufsausbildungsprogramme auf Graduiertenebene, Stipendien und Zertifikatsprogramme an Harvard eingestellt werden. Militärpersonal, das derzeit an Harvard-Kursen teilnimmt, darf seine laufende Ausbildung abschließen, neue Einschreibungen werden jedoch nicht mehr akzeptiert. Hegseth behauptete, Offiziere kehrten von Harvard mit dem Kopf voller globalistischer und radikaler Ideologien zurück und erklärte, die Universität habe grundlegend versagt, amerikanische Studierende und Lehrende vor antisemitischer Gewalt auf dem Campus zu schützen.
Die Entscheidung fällt inmitten einer umfassenderen Konfrontation zwischen dem Weißen Haus und Harvard, die sich über mehrere Monate zugespitzt hat. Die Trump-Regierung hatte zuvor Milliarden Dollar an Bundesmitteln für die Forschung der Universität eingefroren und dabei Vorwürfe angeführt, die Institution habe antisemitische Belästigung geduldet. Präsident Trump forderte daraufhin eine Milliarde Dollar von Harvard als Bedingung für die Wiederherstellung der Bundesfinanzierung und verdoppelte damit seine frühere Forderung. Harvard hat diese Bedingungen entschieden zurückgewiesen, wobei die Universitätsleitung die Maßnahmen der Regierung als illegale Vergeltung für die Weigerung der Institution charakterisierte, die ideologischen Ansichten der Regierung zu übernehmen oder eine beispiellose Bundesaufsicht über ihre akademischen Programme zu akzeptieren.
Harvard hat zwei separate Klagen gegen die Mittelsperre eingereicht, und ein Bundesrichter erließ in beiden Fällen Anordnungen zugunsten der Universität. Die Trump-Regierung legt derzeit gegen diese Entscheidungen Berufung ein. Der Rechtsstreit hat landesweite Aufmerksamkeit erregt als Testfall für die Grenzen der Exekutivgewalt über die Hochschulbildung. Hegseth, der 2022 in einer Fox-News-Sendung symbolisch sein eigenes Harvard-Masterdiplom zurückgab, hat die Konfrontation mit Eliteuniversitäten zu einem zentralen Element seiner öffentlichen Persona gemacht, und sein Büro im Pentagon hob kürzlich diese frühere Geste hervor.
Die Maßnahmen des Pentagons gegen Harvard folgen einem Muster, bei dem die Regierung Eliteuniversitäten wegen Vorwürfen des Campus-Antisemitismus und ideologischer Voreingenommenheit unter Druck setzt. Die Columbia-Universität hatte zuvor vereinbart, 200 Millionen Dollar zu zahlen, und die Brown-Universität verpflichtete sich, 50 Millionen Dollar für die Arbeitskräfteentwicklung bereitzustellen, um ihre Bundesfinanzierung wiederherstellen zu lassen. Harvard hat es jedoch abgelehnt, unter aus seiner Sicht erpresserischen Bedingungen zu verhandeln, und hat stattdessen den Rechtsweg gegen die Regierung gewählt. Hegseth deutete an, dass ähnliche Überprüfungen der militärischen Ausbildungsprogramme an anderen Ivy-League-Institutionen in den kommenden Wochen folgen würden, was darauf hindeutet, dass Harvard möglicherweise nicht die letzte Universität ist, die mit solchen Maßnahmen konfrontiert wird.
Die Konfrontation wirft grundlegende Fragen über akademische Freiheit, staatliche Hochschulfinanzierung und das Verhältnis zwischen Militär und zivilen Eliteinstitutionen auf. Kritiker der Regierung argumentieren, dass die Nutzung von Bundesmitteln als Druckmittel zur Durchsetzung ideologischer Konformität an Universitäten einen gefährlichen Präzedenzfall schafft, der die Unabhängigkeit amerikanischer Forschungseinrichtungen untergraben könnte. Befürworter entgegnen, dass vom Steuerzahler finanzierte Programme nationale Prioritäten widerspiegeln sollten und Universitäten für das Umfeld, das sie auf ihren Campus fördern, zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Während beide Seiten auf ihren Positionen beharren, zeigt der Streit keine Anzeichen einer Lösung, wobei Harvard sich auf einen möglicherweise langwierigen rechtlichen und finanziellen Kampf gegen die Bundesregierung vorbereitet.
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