Die portugiesische Regierung hat am Sonntag ein Hilfspaket von 2,5 Milliarden Euro genehmigt, um Bürgern und Unternehmen beim Wiederaufbau zu helfen, nachdem Sturm Kristin mit Rekordwinden von über 200 Kilometern pro Stunde durch Zentralportugal gefegt ist und mindestens sechs Menschen getötet sowie beispiellose Zerstörungen in der gesamten Region verursacht hat.
Der verheerende Sturm traf in der Nacht vom 27. auf den 28. Januar ein und brachte Windböen, die in der Region Coimbra 208,8 km/h und inoffiziell im Bezirk Leiria 238 km/h erreichten und damit die zuvor von Hurrikan Leslie gehaltenen Rekorde übertrafen. Auf dem Höhepunkt des Sturms waren fast eine Million Menschen, etwa 10 Prozent der Bevölkerung, ohne Strom.
Der Bezirk Leiria, ein wichtiges Industriezentrum in Zentralportugal, trug die Hauptlast der Zerstörung und wurde nach dem direkten Treffer als unkenntlich beschrieben. Der Sturm zerstörte das Stadion und beschädigte schwer die Luftwaffenbasis Monte Real, einschließlich Teile der F-16-Kampfflugzeugflotte. Regionale Beamte schätzen, dass die Schäden allein in Leiria zwischen 1,5 und 2 Milliarden Euro erreichen könnten.
Die Regierung verlängerte den Katastrophenzustand in 69 Gemeinden bis zum 8. Februar, wobei die Behörden warnten, dass in den kommenden Tagen weitere starke Regenfälle und Überschwemmungen erwartet werden. Bis Montag waren noch fast 170.000 Haushalte ohne Strom, und die Bewohner standen Schlange für Notbaumaterialien, darunter gespendete Dachziegel zur Reparatur ihrer beschädigten Häuser.
Premierminister Luis Montenegro kündigte an, dass das Hilfspaket Darlehen und Anreize zur Unterstützung der Wiederaufbaubemühungen umfassen werde. Die Regierung prüft auch den Zugang zu Zuschüssen aus dem Europäischen Solidaritätsfonds und ungenutzten EU-Wiederaufbaufonds zur Ergänzung des nationalen Hilfspakets.
Bewohner der betroffenen Gebiete beschrieben Zustände von Chaos und Elend, mit abgerissenen Dächern und zerschlagenen Fenstern in ganzen Vierteln. Rettungsdienste meldeten 34 Landrettungen und 17 Wasserrettungen während des Sturms. Der portugiesische Zivilschutz warnte, dass bei bereits angeschwollenen Flüssen und durchnässten Böden die neuen Regenfälle Sturzfluten und Erdrutsche auslösen könnten.
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