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US-Senat verabschiedet 70-Milliarden-Dollar-Gesetz zur Durchsetzung der Einwanderungspolitik mit 52 zu 47 Stimmen

Veröffentlicht am 5. Juni 2026 681 Aufrufe

Der Senat der Vereinigten Staaten stimmte am Donnerstag mit 52 zu 47 Stimmen für ein massives Gesetz zur Durchsetzung der Einwanderungspolitik im Umfang von 70 Milliarden Dollar, das die für Grenzsicherung und Abschiebungsmaßnahmen zuständigen Bundesbehörden bis zum Ende der Amtszeit von Präsident Trump im Haushaltsjahr 2029 finanzieren wird. Das Gesetz weist 38,6 Milliarden Dollar der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE, 26 Milliarden Dollar dem Zoll- und Grenzschutz CBP und 5 Milliarden Dollar dem Heimatschutzministerium DHS zu. Die Abstimmung folgte auf eine kräftezehrende Marathonsitzung, die die Ausdauer der Gesetzgeber beider Parteien auf die Probe stellte.

Das Gesetz gelangte über das Verfahren der Haushaltsversöhnung zur Abstimmung, einen prozeduralen Mechanismus, der eine Verabschiedung mit einfacher Mehrheit ermöglicht und die 60-Stimmen-Hürde des Filibusters umgeht. Dies bedeutete, dass keine demokratischen Stimmen erforderlich waren, und tatsächlich stimmte kein einziger Demokrat für das Gesetz. Die Abstimmung erfolgte nach etwa 19 Stunden ununterbrochener Debatte während eines sogenannten Vote-a-Rama, einer legislativen Tradition, bei der Senatoren unbegrenzt Änderungsanträge zu Versöhnungsgesetzen einbringen können. Dutzende Änderungsanträge fanden Berücksichtigung während der Marathonsitzung, die meisten scheiterten jedoch entlang der Parteigrenzen.

Senatorin Lisa Murkowski aus Alaska stellte sich als einzige Republikanerin gegen die Parteilinie und stimmte gegen das Gesetz. Sie verwies auf Bedenken hinsichtlich bestimmter Ausgabenregelungen und des fehlenden überparteilichen Inputs bei der Ausarbeitung der Gesetzgebung. Ihr Widerspruch verdeutlichte die Spannungen innerhalb der republikanischen Fraktion über Umfang und Prioritäten des Durchsetzungspakets. Trotz ihrer Opposition hielten die übrigen republikanischen Senatoren zusammen und sicherten die für die Verabschiedung nötige Mehrheit.

Eine der umstrittensten Bestimmungen des Gesetzes ist ein Vergleichsfonds in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar, den Kritiker als Anti-Instrumentalisierungsfonds bezeichnen. Gegner argumentieren, der Fonds ermögliche potenziell die Entschädigung politischer Verbündeter der Trump-Regierung, die behaupten, von Bundesbehörden ins Visier genommen worden zu sein. Demokratische Senatoren versuchten, die Bestimmung während des Vote-a-Rama zu streichen oder einzuschränken, blieben jedoch erfolglos. Der Fonds hat scharfe Kritik von Bürgerrechtsorganisationen und einigen fiskalkonservativen Politikern hervorgerufen, die seinen Zweck und sein Missbrauchspotenzial in Frage stellen.

Das Gesetz trifft zudem auf breitere politische Dynamiken in Washington. In einer separaten Entwicklung stellten sich 18 republikanische Abgeordnete im Repräsentantenhaus gegen die Parteiführung und schlossen sich den Demokraten an, um ein Ukraine-Hilfspaket zu verabschieden. Dies zeigt, dass innerparteiliche Spaltungen über die Einwanderungspolitik hinausgehen. Die Bereitschaft einiger Republikaner, bei der Auslandshilfe von Präsident Trump abzuweichen, während sie bei der Durchsetzung der Einwanderungspolitik Geschlossenheit bewahren, veranschaulicht die komplexen politischen Kalkulationen, die die aktuelle Kongressagenda prägen.

Das Gesetz geht nun an das Repräsentantenhaus, wo bereits nächste Woche eine Abstimmung erwartet wird. Der Sprecher des Repräsentantenhauses äußerte sich zuversichtlich, dass die Kammer das Gesetz verabschieden werde, obwohl einige moderate Republikaner in umkämpften Wahlkreisen unter Druck geraten dürften, bestimmte Bestimmungen abzulehnen. Die demokratische Führung im Repräsentantenhaus hat angekündigt, das Gesetz zu bekämpfen, mit dem Argument, dass es strafende Durchsetzung über umfassende Einwanderungsreform stellt und Milliarden an Steuergeldern ohne angemessene Aufsichtsmechanismen bereitstellt.

Einwanderungsrechtsgruppen haben das Gesetz als das aggressivste Durchsetzungsfinanzierungspaket in der modernen amerikanischen Geschichte verurteilt. Sie warnen, dass die massive Aufstockung der ICE-Mittel zu erweiterten Inhaftierungsmaßnahmen und beschleunigten Abschiebeverfahren führen werde, die Millionen von Menschen ohne Aufenthaltsgenehmigung betreffen dürften. Befürworter des Gesetzes entgegnen hingegen, dass robuste Grenzdurchsetzung für die nationale Sicherheit unerlässlich sei und die Finanzierungshöhe das Ausmaß der Herausforderungen widerspiegle, vor denen die Einwanderungsbehörden unter den derzeitigen Bedingungen stehen.

Quellen: NPR, CNN, ABC News, CNBC

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