Eine Untersuchung mit mehreren Weltraumteleskopen hat drei Wege ermittelt, auf denen Energie junger massereicher Sterne aus dem Tarantelnebel entweichen oder abkühlen kann. Das erklärt, warum die Region deutlich weniger Röntgenstrahlung aussendendes Gas enthält, als klassische Modelle stellarer Winde vorhersagen. Die NASA erläuterte die Ergebnisse in einem am 12. August aktualisierten Bericht über eine im Astrophysical Journal veröffentlichte Studie unter Leitung von Jennifer Rodriguez von der Ohio State University.
Der Nebel trägt auch die Bezeichnung 30 Doradus und liegt etwa 160.000 Lichtjahre entfernt in der Großen Magellanschen Wolke, einer kleinen Nachbargalaxie der Milchstraße. Tausende junge Sterne stecken dort in einer riesigen Struktur aus Gas und Staub. Deshalb dient die Region als wichtiges nahes Labor für die Frage, wie energiereiche Sterne jenes Material prägen, aus dem später weitere Sterne und Planeten entstehen.
Das Team kombinierte rund zwei Millionen Sekunden an Röntgenbeobachtungen des Chandra-Observatoriums mit Infrarotbildern des James-Webb-Weltraumteleskops, optischen Hubble-Daten und Spektralinformationen des stillgelegten Spitzer-Teleskops. Chandra kartierte durch Sternwinde und Stoßwellen auf Millionen Grad erhitztes Gas. Webb zeigte junge Sterne und kühlen Staub, Hubble dagegen wärmeren Wasserstoff und einzelne Sterne.
Laut Analyse entweicht bis zur Hälfte des heißen Gases durch Öffnungen in den umgebenden Hüllen. Turbulente Bewegung und die Vermischung mit kälterem Gas senken zusätzlich die Temperatur. Vergleiche mit Computersimulationen deuten außerdem auf Wärmeleitung hin, wenn heißes Material dichte, kühlere Hüllen unmittelbar berührt. Gemeinsam können diese Vorgänge Energie aus der röntgenhellen Phase abführen, ohne dass eine einzige Ursache alles erklären muss.
Das Ergebnis präzisiert das Verständnis der stellaren Rückkopplung, bei der massereiche Sterne Energie und Materie in ihre Umgebung einbringen. Da 30 Doradus als hellster großer Sternentstehungskomplex der Lokalen Gruppe gilt, liefert die Studie zugleich einen Maßstab für weiter entfernte Starburst-Regionen. Die gebündelten Beobachtungen setzen engere Grenzen für kommende Modelle zur Entwicklung sternbildender Wolken.
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