Zurück zur Startseite Trump und Netanyahu erneuern nach Gesprächen ihre Iran-Koordination Politik

Trump und Netanyahu erneuern nach Gesprächen ihre Iran-Koordination

Veröffentlicht am 29. Juli 2026 748 Aufrufe

US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu trafen sich am Dienstag, dem 28. Juli, hinter verschlossenen Türen im Weißen Haus. Es war ihr erstes persönliches Gespräch seit Beginn des gemeinsamen Krieges der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran. Die Sitzung dauerte rund 90 Minuten. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bezeichnete sie laut Associated Press als positiv und produktiv. Netanyahu erklärte anschließend, hochrangige Vertreter beider Regierungen hätten an den Beratungen über die Sicherheitskoordination teilgenommen.

Iran stand im Mittelpunkt, während Washington prüft, ob Diplomatie die am Wochenende erreichte Pause der Angriffe sichern kann. Netanyahu erklärte, beide Regierungen wollten verhindern, dass Teheran eine Atomwaffe erlangt. Ein israelischer Beamter sagte der AP, Israel werde auf einen Angriff reagieren, vertraue ansonsten aber Trumps Urteil über die nächsten Schritte. Vor dem Treffen bezeichnete Trump die Gespräche mit Iran als aussichtsreich, warnte jedoch vor neuen US-Angriffen, falls die Verhandlungen scheitern.

Dem Gespräch waren erkennbare Differenzen über Führung und Dauer des Krieges vorausgegangen. Trump kritisierte Netanyahu, weil dieser öffentlich Sorgen über Aktivitäten an der iranischen Nuklearanlage Pickaxe geäußert hatte. Zudem forderte Trump von Israel mehr Zurückhaltung im Libanon. Beide Politiker beschrieben das Treffen dennoch als konstruktiv. Axios berichtete, Netanyahus Büro weise die Darstellung zurück, Israel dränge Washington zu neuen Kämpfen, und sehe mehrere mögliche Wege im Umgang mit Irans Atomprogramm.

Zur regionalen Tagesordnung gehörten auch Gaza, der amerikanisch-israelische Rahmen für die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon sowie eine mögliche Erweiterung der Abraham-Abkommen. Israelische Vertreter berichteten über Gespräche zu einer Normalisierung zwischen Saudi-Arabien und Israel. Gleichzeitig legte Oman Iran einen von Golfstaaten unterstützten Plan zur Verwaltung des Verkehrs in der Straße von Hormus durch freiwillige Beiträge vor. Reuters zufolge lehnt Washington Gebühren oder iranische Einschränkungen dieser internationalen Wasserstraße weiterhin ab.

Das Treffen hat in beiden Ländern innenpolitische Bedeutung. Netanyahu steht vor einer israelischen Wahl und gerät wegen seines Verhältnisses zu Trump unter Druck. Trump wiederum blickt auf die US-Zwischenwahlen im November, während wirtschaftliche Folgen des Krieges und höhere Preise Sorgen auslösen. Nach der privaten Sitzung gab es keine ausführliche gemeinsame Erklärung. Damit bleiben künftige militärische Entscheidungen und der Erfolg der Diplomatie offen. Weitere Kontakte zwischen den USA und Iran sowie Entwicklungen in Hormus, Gaza und im Libanon zeigen, ob die öffentlich erneuerte Einheit Bestand hat.

Quellen: Associated Press, Reuters, CBS News, Axios, Al Jazeera

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