US-Präsident Donald Trump unterzeichnete am Montag, dem 10. August, eine Verfügung, nach der Kinderimpfungen möglichst bei getrennten Arztterminen erfolgen sollen. Zudem soll der kombinierte Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln durch drei einzelne Präparate ersetzt werden, sobald diese verfügbar sind. Nach Angaben der Associated Press weist die Anordnung Bundesgesundheitsbehörden an, Empfehlungen zu überarbeiten; die Zuständigkeit für schulische Impfregeln bleibt bei den Bundesstaaten.
Die Entscheidung fällt in die Zeit der Schulrückkehr und einer Masernaktivität, die in den Vereinigten Staaten so hoch wie seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr ist. AP verwies auf Daten der Centers for Disease Control and Prevention mit mehr als 2.318 Fällen im Jahr 2026 bis Ende Juli. Gesundheitsfachleute warnten, zusätzliche Termine könnten den Schutz von Kindern verzögern und die Gefahr erhöhen, dass Familien spätere Dosen versäumen.
Trump und Regierungsvertreter erklären, getrennte Präparate und Besuche gäben Eltern mehr Wahlfreiheit beim Zeitpunkt und könnten Vertrauen sowie Impfbereitschaft stärken. Die Verfügung verlangt außerdem weitere Forschung. Einzelimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln sind in den USA derzeit jedoch nicht erhältlich. Hersteller müssten sie erst entwickeln, klinisch prüfen und eine behördliche Zulassung erhalten, bevor dieser Teil praktisch greifen kann.
Die veröffentlichte CDC-Leitlinie nennt keinen belegten Nutzen einer Aufteilung der kombinierten MMR-Impfung in drei Injektionen. Der aktuelle Plan empfiehlt die erste Dosis im Alter von 12 bis 15 Monaten und die zweite zwischen vier und sechs Jahren; bei Bedarf ist eine frühere zweite Dosis möglich. Bundesinformationen betonen ebenfalls, dass eine Streckung keinen Vorteil bringt und der empfohlene Zeitpunkt Kinder vor einer möglichen Ansteckung schützt.
Die American Academy of Pediatrics sieht keine neuen Belege für weitreichende Änderungen und warnt vor gefährlichen Verzögerungen. Auch der republikanische Senator Bill Cassidy aus Louisiana, Arzt und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Senat, lehnt die Maßnahme ab: Getrennte Produkte bedeuteten mehr Injektionen für denselben Schutz. Die Regierung hält dagegen, mehr Flexibilität könne Sorgen von Eltern aufgreifen.
Die Umsetzung bleibt unklar, weil ein Bundesrichter frühere Änderungen der Regierung an Impfempfehlungen blockierte und die neue Verfügung die Schulregeln der Bundesstaaten nicht unmittelbar ändert. Versicherer haben eine Kostenübernahme zusätzlicher Arztbesuche noch nicht geklärt; Bundesbehörden müssen ihre nächsten Schritte festlegen. Pädiatrische Fachverbände empfehlen weiterhin ihren evidenzbasierten Plan, während Gerichte, Regulierer und Hersteller offene Fragen prüfen.
Kommentare