Großbritannien und die Ukraine haben eine Partnerschaft zur gemeinsamen Entwicklung künstlicher Intelligenz für Verteidigung und nationale Sicherheit geschlossen. Damit erhält das Vereinigte Königreich als erster ausländischer Partner Zugang zur ukrainischen Plattform Avengers AI Labs. Premierminister Andy Burnham und Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichneten die Vereinbarung am 24. August in Kyjiw, wie die britische Regierung und Reuters berichteten.
Avengers Labs nutzt Einsatzdaten, die Tageslichtkameras und Infrarotsensoren auf dem ukrainischen Schlachtfeld sammeln. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums umfasst die Plattform fünf Millionen beschriftete Einzelbilder, größtenteils aus dem heimisch entwickelten Gefechtsführungssystem DELTA. Sie zeigen Panzer, Artillerie, Luftabwehr, Infanterie und Ziele in der Luft, darunter verschiedene Drohnen.
Das Ministerium erklärt, mit diesem Datensatz trainierte Modelle unterstützten bereits ein automatisiertes Zielerkennungssystem. Es verarbeitet monatlich mehr als 100.000 Videoströme von Drohnen und erkennt rund 70 Prozent gegnerischer Ziele in Echtzeit, am Tag und in der Nacht. Diese Zahlen beruhen auf offiziellen ukrainischen Einschätzungen; eine unabhängige Bestätigung liegt nicht vor.
An den ersten Pilotprojekten beteiligen sich die britischen Unternehmen Sintela, Mind Foundry und Skyral. Ein Versuch an einem britischen Verteidigungsstandort soll ukrainische Daten und britische Technik verbinden. Unterirdische Glasfaserkabel dienen dabei als KI-gestützte Sensoren, die Bewegungen rund um sensible Anlagen unterscheiden. Später kommen laut Behörden auch Flughäfen, Gefängnisse, Bahnstrecken und Energieanlagen als Testorte infrage.
Ein zweites Projekt untersucht stromsparende KI-Chips für Drohnen, Robotik und autonome Systeme. Maschinen sollen dadurch länger arbeiten und in schwierigen Umgebungen schneller reagieren. Die Partnerschaft verbindet Regierung, Wirtschaft und Wissenschaft bei gemeinsam entwickelten Modellen, sicheren Daten- und Rechenwegen, Autonomie, Cybersicherheit, synthetischen Daten und gemeinsamer Prüfung.
Laut Erklärung behalten beide Länder die Hoheit über ihre Daten und Vermögenswerte. Schutzregeln für geistiges Eigentum, Exportkontrollen und nationales Recht bilden den Rahmen. Das Dokument beschreibt politische Absichten und ist kein rechtlich bindender Vertrag. Weitere Umsetzungsvereinbarungen sollen in den kommenden Monaten folgen; zusätzlicher Zugang für Unternehmen oder vertrauenswürdige Verbündete setzt Genehmigungen und Sicherheitskontrollen voraus.
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