Ein umfassender Bericht des Instituts der Universität der Vereinten Nationen für Wasser, Umwelt und Gesundheit hat ergeben, dass globale Rechenzentren im Jahr 2025 insgesamt 448 Terawattstunden Strom verbrauchten — eine Menge, die sie als weltweit elftgrößten Stromverbraucher einordnen lässt, ungefähr auf dem Niveau von ganz Frankreich. Der Bericht mit dem Titel Umweltkosten des Energieverbrauchs von KI: Kohlenstoff-, Wasser- und Landnutzungsfußabdrücke liefert die bisher detaillierteste Bewertung der Umweltbelastung durch die rasche Expansion der Infrastruktur für künstliche Intelligenz weltweit.
Die Studie ergab, dass KI-spezifische Arbeitslasten im Jahr 2025 etwa 20 Prozent des gesamten Stromverbrauchs von Rechenzentren ausmachten — ein Anteil, der sich nach Prognosen der Forschenden bis 2030 auf 40 Prozent verdoppeln dürfte. Der Bericht warnt, dass der gesamte Stromverbrauch von Rechenzentren bis Ende des Jahrzehnts 945 Terawattstunden erreichen und damit fast 3 Prozent der globalen Stromnachfrage ausmachen dürfte. Ein solches Wachstum übt enormen Druck auf bestehende Stromnetze aus und gefährdet internationale Klimaverpflichtungen, sofern es nicht von massiven Investitionen in erneuerbare Energien begleitet wird.
Über den Stromverbrauch hinaus dokumentiert der Bericht den enormen Wasserverbrauch globaler Rechenzentren. Die Kühlsysteme dieser Einrichtungen verbrauchten 2025 etwa 4,5 Billionen Liter Wasser — ein Volumen, das ausreichen dürfte, um die grundlegenden Wasserbedürfnisse von mehr als 600 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika zu decken. Der wasserintensive Charakter der Rechenzentrumskühlung hat bereits in mehreren Regionen Konflikte ausgelöst, in denen diese Anlagen mit landwirtschaftlichen und privaten Wassernutzern um immer knapper werdende Süßwasserressourcen konkurrieren.
Die mit dem Betrieb von Rechenzentren verbundenen CO2-Emissionen erreichten laut den UN-Erkenntnissen im Jahr 2025 insgesamt 189 Millionen Tonnen. Prognosen zufolge dürfte sich diese Zahl bis 2030 auf 400 Millionen Tonnen mehr als verdoppeln — ein Niveau, das den gesamten jährlichen CO2-Emissionen Großbritanniens entspricht. Der Bericht merkt an, dass die bis 2030 von Rechenzentren verbrauchte Elektrizität alternativ 1,3 Milliarden Menschen in Subsahara-Afrika über fünf Jahre lang mit Strom hätte versorgen können.
Die Autorinnen und Autoren des Berichts fordern dringend Governance-Rahmenwerke zur Steuerung des ökologischen Fußabdrucks der künstlichen Intelligenz. Sie argumentieren, dass die derzeitigen freiwilligen Zusagen der Technologieunternehmen unzureichend sind, um das Ausmaß des Problems zu bewältigen, und dass verbindliche internationale Standards erforderlich sind. Der Bericht empfiehlt obligatorische Umweltverträglichkeitsprüfungen für den Neubau von Rechenzentren, Effizienzstandards für Kühlsysteme und Anforderungen an die Beschaffung erneuerbarer Energien.
Diese Erkenntnisse fallen in eine Zeit eines beispiellosen globalen Booms im Rechenzentrumsbau, der hauptsächlich von der Nachfrage großer Technologieunternehmen angetrieben wird, die im Wettlauf Infrastruktur für generative KI-Dienste errichten. Umweltschützer haben den UN-Bericht als Beleg dafür angeführt, dass die KI-Industrie eine weitaus strengere Umweltregulierung benötigt als derzeit vorhanden.
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