Zurück zur Startseite USA setzen Bearbeitung von Einwanderungsvisa für 75 Länder unbefristet aus Politik

USA setzen Bearbeitung von Einwanderungsvisa für 75 Länder unbefristet aus

Veröffentlicht am 15. Januar 2026 64 Aufrufe

Die Trump-Administration kündigte am Mittwoch an, dass die Vereinigten Staaten die Bearbeitung von Einwanderungsvisa für 75 Länder unbefristet aussetzen werden, was eine dramatische Ausweitung des präsidialen Vorgehens gegen legale Einwanderung darstellt. Die Aussetzung, die am 21. Januar in Kraft tritt, wird Visaanträge aus Nationen einschließlich Somalia, Russland, Afghanistan, Brasilien, Iran, Irak, Ägypten, Nigeria, Thailand und Jemen stoppen und Hunderttausende potenzielle Einwanderer betreffen.

Das Außenministerium rechtfertigte die weitreichende Maßnahme mit der Behauptung, dass Einwanderer aus den betroffenen Ländern Sozialleistungen von amerikanischen Steuerzahlern in inakzeptablem Ausmaß beziehen. Laut der Erklärung des Ministeriums wird die Visabearbeitung für diese Nationen ausgesetzt bleiben, während Beamte die Einwanderungsverfahren neu bewerten, um den Eintritt ausländischer Staatsangehöriger zu verhindern, die auf öffentliche Leistungen angewiesen wären. Ausnahmen von der neuen Politik werden äußerst begrenzt sein und nur gewährt werden, nachdem Antragsteller die Erwägungen zur öffentlichen Last bestanden haben.

Die Aussetzung zielt speziell auf Einwanderungsvisa für Personen ab, die eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis anstreben, und gilt nicht für Nicht-Einwanderungsvisa wie vorübergehende Touristen- oder Geschäftsvisa, die die überwiegende Mehrheit der Visaanträge ausmachen. Einwanderungsexperten warnen jedoch, dass die Politik eine beispiellose Einschränkung der legalen Wege in die Vereinigten Staaten darstellt und das Einwanderungssystem des Landes grundlegend verändert.

David Bier, Direktor für Einwanderungsstudien am Cato Institute, kritisierte den Ansatz der Administration als die einwanderungsfeindlichste Agenda in der amerikanischen Geschichte. Nach Biers Analyse wird diese Maßnahme allein fast die Hälfte aller legalen Einwanderer in die Vereinigten Staaten verbieten und etwa 315.000 legale Einwanderer im nächsten Jahr abweisen. Der Umfang der Aussetzung übertrifft bei weitem frühere Einwanderungsbeschränkungen jeder Administration.

Die Ankündigung baut auf früheren Maßnahmen der Trump-Administration zur Begrenzung der Einwanderung auf. Im Dezember hatten Beamte bereits Einwanderungsanträge von Staatsangehörigen aus 19 Ländern gestoppt. Die Ausweitung auf 75 Nationen stellt eine bedeutende Eskalation dar, die nach Ansicht von Einwanderungsbefürwortern Familien trennen, von ausländischen Talenten abhängige Unternehmen stören und Amerikas Ruf als Ziel für legale Einwanderung schädigen wird.

Die betroffenen Länder erstrecken sich über mehrere Kontinente und umfassen Nationen mit bedeutenden bestehenden Einwanderergemeinschaften in den Vereinigten Staaten. Brasilien, Nigeria und Ägypten, die alle substanzielle Diaspora-Bevölkerungen in Amerika haben, sehen sich nun einer vollständigen Aussetzung der Einwanderungsvisabearbeitung gegenüber. Die Aufnahme Russlands auf die Liste wirft auch Fragen zu den geopolitischen Implikationen der Politik auf.

Einwanderungsanwälte im ganzen Land berichteten von sofortiger Verwirrung nach der Ankündigung, wobei Antragsteller mitten im Visaprozess unsicher über ihren Status sind. Rechtliche Anfechtungen der Aussetzung werden erwartet, wobei Bürgerrechtsorganisationen sich darauf vorbereiten, die Maßnahme vor Bundesgerichten anzufechten. Die Politik soll nur einen Tag nach dem Martin-Luther-King-Jr.-Feiertag in Kraft treten, ein Timing, das Kritiker angesichts des Vermächtnisses des Bürgerrechtsführers als besonders symbolisch bezeichneten.

Quellen: CNN, Washington Post, NBC News, PBS News, Al Jazeera, NPR, Bloomberg