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Webb-Teleskop entdeckt fernen Planeten mit bizarrem Mineralwolken-Wetterzyklus

Veröffentlicht am 28. Mai 2026 748 Aufrufe

Das James-Webb-Weltraumteleskop der NASA hat einen bemerkenswerten Exoplaneten in etwa 700 Lichtjahren Entfernung von der Erde entdeckt, der einen außergewöhnlichen täglichen Wetterzyklus aufweist, wie er in unserem Sonnensystem bisher nicht beobachtet worden ist. Der Planet mit der Bezeichnung WASP-121b besitzt Wolken, die vollständig aus Mineralien und Metallen bestehen, sich jeden Morgen auf seiner kühleren Nachtseite bilden und bis zum Einbruch der Nacht auf seiner glühend heißen Tagseite vollständig verschwinden.

Das Forschungsteam unter der Leitung von Astronomen am Massachusetts Institute of Technology nutzte die leistungsstarken Infrarotinstrumente des Webb-Teleskops, um den Planeten über mehrere Umlaufperioden zu beobachten und dabei beispiellose Details über seine atmosphärische Dynamik zu erfassen. WASP-121b gilt als heißer Jupiter, ein Gasriese mit etwa der 1,8-fachen Masse des Jupiters, der seinen Wirtsstern in extrem geringer Entfernung umkreist. Ein einzelner Umlauf dauert nur 1,27 Erdentage, was bedeutet, dass der Planet einen vollständigen Tag-Nacht-Zyklus in etwa 30 Stunden durchläuft.

Der Temperaturunterschied zwischen den beiden Hemisphären ist gewaltig. Die Tagseite erreicht etwa 3.500 Grad Kelvin, heiß genug, um Wassermoleküle in Wasserstoff- und Sauerstoffatome aufzuspalten und Eisen, Titan sowie andere Metalle zu verdampfen. Die Nachtseite, die nach irdischen Maßstäben mit etwa 1.500 Grad Kelvin immer noch extrem heiß bleibt, bietet dennoch ausreichend niedrige Temperaturen, damit sich die verdampften Metalle und Mineralien zu Wolken verdichten. Die heftigen atmosphärischen Winde des Planeten, die Geschwindigkeiten von über 5.000 Kilometern pro Stunde erreichen, transportieren kontinuierlich Material zwischen den beiden Hemisphären.

Besonders faszinierend an diesem Wetterzyklus ist seine tägliche Vorhersagbarkeit. Während mineralbeladenes Gas durch Höhenstrahlströme von der Tagseite zur Nachtseite strömt, bewirken die sinkenden Temperaturen die Kondensation von Titanoxid, Aluminiumoxid und Silikatverbindungen zu dichten Wolkenschichten. Diese Wolken treiben über die Nachtseite und bewegen sich durch tiefere atmosphärische Strömungen zurück zur Tagseite. Beim Erreichen der Terminatorregion, wo Nacht auf Tag trifft, verdampft die intensive Sternenstrahlung die Wolken rasch und überführt die Mineralien zurück in ihren gasförmigen Zustand.

Dr. Thomas Mikal-Evans, der Erstautor der Studie, bezeichnete das Phänomen als eine planetare Wettermaschine, angetrieben durch extreme Temperaturunterschiede. Das Forschungsteam identifizierte bestimmte Mineralarten in den Wolken durch die Analyse subtiler Absorptionsmerkmale im Infrarotspektrum des Planeten. Zu den nachgewiesenen Verbindungen zählen Korund, das Mineral, aus dem auf der Erde Rubine und Saphire entstehen, sowie Eisentröpfchen und Titandioxidpartikel.

Die Entdeckung hat weitreichende Bedeutung für das Verständnis atmosphärischer Chemie auf Welten jenseits unseres Sonnensystems. Die Fähigkeit, Wettermuster auf einem Planeten in Hunderten von Lichtjahren Entfernung zu verfolgen, demonstriert die außergewöhnlichen Fähigkeiten des Webb-Teleskops und eröffnet neue Wege zur Erforschung atmosphärischer Dynamik auf potenziell bewohnbaren Exoplaneten. Zukünftige Beobachtungen mit dem Webb-Teleskop sollen die Atmosphäre des Planeten über längere Zeiträume untersuchen und möglicherweise jahreszeitliche Schwankungen aufdecken.

Quellen: NASA, ScienceDaily, Nature

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