Zurück zur Startseite WHO bestätigt tödlichen Nipah-Virus-Fall in Bangladesch durch rohen Dattelpalmsaft Gesundheit

WHO bestätigt tödlichen Nipah-Virus-Fall in Bangladesch durch rohen Dattelpalmsaft

Veröffentlicht am 7. Februar 2026 895 Aufrufe

Die Weltgesundheitsorganisation hat den ersten Nipah-Virus-Todesfall des Jahres 2026 in Bangladesch bestätigt. Eine Frau in ihren Vierzigern verstarb nach dem Verzehr von rohem Dattelpalmsaft, der mit dem tödlichen Erreger kontaminiert war. Der am 7. Februar gemeldete Fall hat zu einer erweiterten Krankheitsüberwachung in der Division Rajshahi geführt, obwohl WHO-Beamte betonen, dass das Risiko einer internationalen Ausbreitung gering bleibt.

Die Patientin, eine Frau zwischen 40 und 50 Jahren aus dem Bezirk Naogaon im Nordwesten Bangladeschs, zeigte am 21. Januar erste Symptome, darunter Fieber, Kopfschmerzen, Muskelkrämpfe, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Ihr Zustand verschlechterte sich rasch mit dem Auftreten neurologischer Symptome wie übermäßigem Speichelfluss, Desorientierung und Krämpfen. Sie verlor am 27. Januar das Bewusstsein und kam in ein Krankenhaus der Tertiärversorgung, wo sie am 28. Januar aufgenommen worden ist und am selben Tag verstarb.

Ermittler bestätigten, dass die Patientin zwischen dem 5. und 20. Januar wiederholt rohen Dattelpalmsaft zu sich genommen hatte, dem Hauptübertragungsweg für das Nipah-Virus in Bangladesch. Das Virus überträgt sich durch Kontakt mit infizierten Flughunden oder deren Kontamination von Lebensmitteln auf Menschen, insbesondere Dattelpalmsaft, der während der Wintermonate geerntet wird, wenn Ausbrüche typischerweise zwischen Dezember und April ihren Höhepunkt erreichen.

Die Gesundheitsbehörden haben 35 Kontaktpersonen identifiziert und getestet, darunter drei Haushaltskontakte, 14 Gemeinschaftskontakte und 18 Krankenhauskontakte. Von sechs symptomatischen Personen sind Proben entnommen worden, und alle 35 Kontakte sind negativ auf das Virus getestet worden, wobei bisher keine weiteren Fälle entdeckt worden sind.

Das Nipah-Virus zählt weiterhin zu den tödlichsten bekannten Erregern ohne zugelassene Impfstoffe oder spezifische Behandlungen. Seit 2001 hat Bangladesch 348 Nipah-Virus-Fälle dokumentiert, die zu 250 Todesfällen führten, was einer erschreckenden Sterblichkeitsrate von 72 Prozent entspricht. Fast die Hälfte dieser Primärfälle hatte bestätigte Vorgeschichten des Konsums von rohem Dattelpalmsaft.

Die WHO erklärte, das Risiko auf nationaler und regionaler Ebene gelte aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate und des Übertragungspotenzials des Virus als moderat, aber das Risiko einer internationalen Ausbreitung bleibe gering. Die Gesundheitsbehörden fordern die Bevölkerung auf, den Verzehr von rohem Dattelpalmsaft zu vermeiden und auf angemessene Hygienemaßnahmen zu achten.

Quellen: World Health Organization, Al Jazeera, The Daily Star, TheHealthSite, Jakarta Post

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