Der durch das Bundibugyo-Virus verursachte Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat sich auf 60 Gesundheitszonen in sechs Provinzen ausgeweitet, teilte die Weltgesundheitsorganisation am 28. August mit. Die nationalen Behörden bestätigten bis zum 26. August 5.794 Fälle und 2.786 Todesfälle. Das entspricht einer rohen Sterblichkeitsrate von 48,1 Prozent. Die WHO stuft die rasch wachsende Epidemie weiterhin als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite ein, sieht das globale Risiko aber als niedrig an.
Die neue Bilanz umfasst 1.129 zusätzliche bestätigte Fälle und 602 weitere Todesfälle seit der vorigen WHO-Aktualisierung vom 14. August. Die Organisation führt einen Teil des Anstiegs auf eine breitere Überwachung, mehr Labortests und die nachträgliche Erfassung älterer Daten zurück. Anhaltende Übertragung und geografische Ausbreitung treiben die Zahlen jedoch ebenfalls nach oben. Biena und Manguredjipa in Nord-Kivu sind die zuletzt betroffenen Gesundheitszonen.
Ituri bleibt mit 4.802 bestätigten Fällen das Epizentrum; 52 davon meldeten die Behörden in dem jüngsten von der WHO erfassten Zeitraum von 24 Stunden. Nord-Kivu zählt 775 Fälle und mit 68 Prozent die höchste Sterblichkeitsrate einer Provinz, deren Ursachen Fachleute noch untersuchen. Im gesamten betroffenen Gebiet erreichten Gesundheitsteams an diesem Berichtstag 22.091 von 26.850 ermittelten Kontaktpersonen, was einer Quote von 82,3 Prozent entspricht.
Nach Angaben der WHO behindern Konflikte, bewaffnete Gewalt und massive Vertreibung die Überwachung, klinische Versorgung und Kontaktnachverfolgung. Rund eine Million Binnenvertriebene leben allein in Ituri. Überfüllung sowie begrenzter Zugang zu Wasser, Sanitärversorgung und medizinischen Diensten erschweren die frühe Erkennung in Bergbaugemeinden, informellen Siedlungen und Vertriebenenlagern. Das Virus verbreitet sich durch direkten Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten oder verunreinigten Gegenständen.
Die kongolesischen Behörden begannen am 27. August in Gebieten wie Kisangani mit Impfungen für Gesundheitspersonal. Sie setzen Ervebo ein, einen gegen eine andere Ebola-Art bewährten Impfstoff. Die WHO betonte, dass sein Schutz gegen das Bundibugyo-Virus beim Menschen noch unbekannt ist und daher eine klinische Studie entscheidend bleibt. Die von der WHO unterstützte Therapiestudie PARTNERS hat außerdem mehr als 250 bestätigte Patienten an drei Behandlungseinrichtungen in Ituri aufgenommen.
Der Notfallausschuss warnte vor einer erheblichen Untererfassung der Infektionen und verlangte dringendes, verstärktes und dauerhaftes Handeln. Die WHO bewertet das Risiko im Kongo als sehr hoch und in Nachbarländern wegen grenzüberschreitender Bewegungen als hoch, rät aber von Reise- oder Handelsbeschränkungen ab. Behörden sollen schnelle Tests, unterstützende Behandlung, sichere Bestattungen, den Dialog mit Gemeinden und die Überwachung an Grenzen ausbauen, um die Übertragung zu unterbrechen.
Kommentare