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Kongress stellt den Great American AI Act vor: 269-seitiger Gesetzentwurf zur Regulierung künstlicher Intelligenz

Veröffentlicht am 5. Juni 2026 755 Aufrufe

Die Abgeordneten Jay Obernolte aus Kalifornien und Lori Trahan aus Massachusetts stellten am Mittwoch den Great American Artificial Intelligence Act vor, einen umfassenden 269-seitigen Diskussionsentwurf, der den bislang ehrgeizigsten Versuch des Kongresses darstellt, einen umfassenden Bundesrahmen für die Regulierung künstlicher Intelligenz zu schaffen. Der überparteiliche Gesetzentwurf zielt darauf ab, Innovation und Sicherheit in Einklang zu bringen, indem er neue Pflichten für große Frontier-KI-Entwickler einführt und gleichzeitig den Bundesstaaten vorübergehend die Verabschiedung eigener KI-Entwicklungsvorschriften untersagt.

Das Kernstück des Entwurfs bildet eine dreijährige Vorrangklausel gegenüber einzelstaatlichen Gesetzen zur KI-Entwicklung. Diese Bestimmung soll einen Flickenteppich widersprüchlicher Regulierungen verhindern, der nach Ansicht von Technologieunternehmen die Innovation hemmen und Compliance-Albträume verursachen dürfte. Im Rahmen des vorgeschlagenen Systems behalten die Bundesstaaten die Befugnis, die Nutzung und den Einsatz von KI-Systemen nach deren Veröffentlichung zu regulieren, einschließlich in Bereichen wie Bürgerrechte, Arbeitsschutz, Urheberrecht, Kindersicherheit und Datenschutz. Die Vorrangbestimmungen laufen nach drei Jahren automatisch aus.

Große Frontier-KI-Entwickler stehen unter dem Gesetzentwurf vor erheblichen neuen Pflichten. Unternehmen, die bestimmte Rechenleistungsschwellen überschreiten, sind verpflichtet, umfassende Risikomanagementpläne zu veröffentlichen, die darlegen, wie sie potenzielle Schäden durch ihre KI-Systeme identifizieren, bewerten und mindern. Diese Entwickler sind zudem verpflichtet, Sicherheitsvorfälle an Bundesaufsichtsbehörden zu melden und sich regelmäßigen Prüfungen durch unabhängige Dritte zu unterziehen. Der Entwurf sieht zivilrechtliche Strafen und die Möglichkeit von Unterlassungsverfügungen bei Nichteinhaltung vor.

Der Gesetzentwurf erscheint inmitten einer Welle von KI-bezogenen Regulierungsaktivitäten auf Landesebene, wobei derzeit mehr als 300 KI-bezogene Gesetzentwürfe in Parlamenten quer durch die USA beraten werden. Befürworter des Bundesgesetzes argumentieren, dass dieser fragmentierte Ansatz Unsicherheit für Entwickler schafft und letztlich die amerikanische Wettbewerbsfähigkeit im globalen KI-Wettlauf beeinträchtigen dürfte.

Bürgerrechtsorganisationen und Verbraucherschutzgruppen äußerten starken Widerstand gegen die Vorrangbestimmungen. Die American Civil Liberties Union veröffentlichte eine Erklärung, in der sie den Entwurf dafür kritisiert, dass er die Bundesstaaten während der dreijährigen Vorrangperiode möglicherweise daran hindert, ihre Einwohner vor KI-bedingten Schäden zu schützen. Public Knowledge, eine Organisation für digitale Rechte, argumentierte ebenfalls, dass der Entwurf Branchenpräferenzen über die öffentliche Sicherheit stellt.

Die überparteiliche Unterstützung des Entwurfs spiegelt einen ungewöhnlichen Moment parteiübergreifender Einigung über die Notwendigkeit einer KI-Governance auf Bundesebene wider. Obernolte, ein Republikaner, der eine KI-Arbeitsgruppe im Kongress leitet, betont die Bedeutung der Aufrechterhaltung der amerikanischen Führungsrolle in der KI-Entwicklung. Trahan, eine Demokratin, legt den Schwerpunkt auf die Sicherstellung, dass Regulierungsrahmen bedeutsame Rechenschaftsmechanismen und Schutzmaßnahmen für gefährdete Bevölkerungsgruppen umfassen.

Die Reaktion der Industrie auf den Entwurf fiel vorsichtig positiv aus, wobei große Technologieunternehmen ihre Unterstützung für das Konzept der Bundesvorrangklausel bekundeten. Der Entwurf steht vor einem langwierigen Gesetzgebungsverfahren mit Ausschussanhörungen, Konsultationen und wahrscheinlich erheblichen Überarbeitungen. Beobachter des Kongresses merken an, dass der Entwurf selbst bei Scheitern in seiner jetzigen Form eine wichtige Grundlage für künftige KI-Gesetzgebung legt.

Quellen: Roll Call, Bloomberg Government, ACLU, Cybernews

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